Originell: Zahnschmerz als geistlicher Hinweis

[picapp align=“right“ wrap=“true“ link=“term=toothache&iid=5283531″ src=“http://view1.picapp.com/pictures.photo/image/5283531/close-young-woman-holding/close-young-woman-holding.jpg?size=500&imageId=5283531″ width=“234″ height=“234″ /]Saß heute morgen schlaftrunken beim Zahnarzt im Wartezimmer (nein, nix Schlimmes, nur Routineuntersuchung), da fiel mein müdes rechtes Auge auf ein Bild an der Wand mit einem Gedicht vom großartigen Wilhelm Busch (das linke Auge verharrte – äh – in der AutoBild):

Das Zahnweh,
subjektiv genommen,
ist ohne Zweifel unwillkommen;
doch hat’s die gute Eigenschaft,
daß sich dabei die Lebenskraft,
die man nach außen oft verschwendet,
auf einen Punkt nach innen wendet
und hier energisch konzentriert.

Ein wichtiger Punkt – die Tyrannei des Sichtbaren und des sich von außen Aufdrängenden. Nun kann Lebenskraft an der richtigen Stelle nach außen konzentriert nicht nur sehr effektiv sein, sondern auch das Innenleben bereichern, befruchten und reifen lassen. Aber – großes Aber: Wenn nicht vorher eine Füllung von innen stattgefunden hat, wenn nicht vorher Loslassen und Empfangen von Kraft, Weisung und Weisheit stattgefunden hat, immer wieder neu… dann verkommt die nach außen gewandte Lebenskraft zur Schrotflintenladung, mit der man einen Grashüpfer erledigen will. Eventuell wirksam – aber denkbar ineffektiv.

Wir benötigen ganz neu einesPriorität des Gebets, der Füllung mit Gottes Reden in Gebet und Wort, wir brauchen Formen des Loslassens und heilsamen Kontrolle-Abgebens. Wenn Zahnweh das deutlich macht, dass das bei uns anfängt und zwar im Herzen – dann klasse und dann mal los!!

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6 Antworten zu “Originell: Zahnschmerz als geistlicher Hinweis

  1. Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum besten … und sei es, beim Zahnarzt zu sitzen und dann volle Kanne von der Philosophie des Glaubens erwischt zu werden :-).

    Kleine Anmerkung: das, was Du da im Nebensatz erwähnt hast, ist für mich ein zentraler Hinweis:
    “ […] wenn nicht vorher Loslassen und Empfangen von Kraft, Weisung und Weisheit stattgefunden hat, immer wieder neu …“

    IMMER WIEDER NEU – genau das ist es nämlich. Immer wieder Loslassen, und Empfangen. Immer wieder.
    Täglich. Stündlich, in schwierigen Zeiten. Sonst fault und gärt es in einem, läßt Seelenfreude absterben, wird zu Seelenkaries!
    Und da hilft dann kein Elmex – sondern der Blick auf das Kreuz, die Hingabe und Abgabe. Vorbeugen – nein: Vorlegen der Probleme. Offenlegen, wirklich ehrlich sein vor Gott.

    Hier an der Stelle sei von mir auch mal ein Buch empfohlen: Chris Thurman, Lügen, die wir glauben.
    Sehr interessant, was er da anspricht. Gerade auch der Bereich „Glaubensleben“.

  2. Dann konzentriert sich energetisch mein Zahnweh seit geschlagenen drei Wochen auf einen Backenzahn, von dem ich mich endgültig nächste Woche trennen werde. So viel zum Geist in unserer Mitte und zu deinem Beitrag Christof, den ich, nachdem ich ziemlich lange hier nicht vorbei geschaut hatte, nun auf keinen Fall erwartet hätte: die Wege des Herrn sind unerforschlich und sehr humorvoll. Danke.

  3. Nicht immer sind bequeme Stühle
    ein Ruheplatz für die Gefühle.
    Wir säßen lieber in den Nesseln,
    als auf den wohlbekannten Sesseln,
    vor denen,sauber und vernickelt,
    der Zahnarzt seine Kunst entwickelt.

    Er lächelt ganz empörend herzlos
    und sagt, es sei fast beinah schmerzlos.
    Doch leider, unterhalb der Plombe,
    stößt er auf eine Katakombe,
    die, wie er mit dem Häkchen spürt,
    in unbekannte Tiefen führt.
    Behaglich schnurrend mit dem Rädchen,
    dringt er vor bis zum Nervenfädchen.

    Jetzt zeige, Mensch, den Seelenadel!
    Der Zahnarzt prüft die feine Nadel,
    mit der er alsbald dir beweist,
    dass du voll Schmerz im Inneren seist.
    Du aber hast ihm zu beweisen,
    dass du im Äußeren bist fest wie Eisen.
    Nachdem ihr dieses euch bewiesen,
    geht er heran, den Zahn zu schließen.

    Hat er sein Werk mit Gold bekrönt,
    sind mit der Welt wir neu versöhnt
    und zeigen, noch im Aug die Träne,
    ihr furchtlos wiederum die Zähne,
    die wir (ein Prahlhans, wers verschweigt)
    dem Zahnarzt zitternd nur gezeigt.

    Eugen Roth

  4. ebenfalls zu diesem Absatz:

    Heute in der Predigt (mal ganz wo anders nämlich in der Method.Kirche in Berlin): Gott vergibt und liebt jeden von uns – und so dürfen wir auch den Mitbruder / die Mitschwester aus der Mithaftung entlassen, wenn Verletzungen geschehen sind. Ich betone einfach mal das dürfen. 😉 Wenn wir es nicht tun ist es eh nicht gut für uns, dann ist es so als ob wir die Füllung auf das ungereinigte Kariesloch drauf tun: es geht ne ganze Weile gut und nach außen hin sieht es auch gut aus. Nur wundert sich die Umwelt, warum man immer noch so schmerzverzerrt herum läuft…

    Abkürzungen und Umwege erweitern die Ortskenntnis – aber die Schule des Lebens kennt keine Abkürzungen. 😀

  5. @shasta: guter Hinweis, nicht gewährte Vergebung ist in der Tat wie ein Kariesloch, das einfach gefüllt wurde… oder wie übertünchte Gräber…;-). Von außen hui, innen gärt die Bitterkeit und Fäulnis. Bah, und das kurz vorm Essen…

  6. @alle
    mal ganz plastisch: ich sitze hier mit einer dicken Backe und in meinem mund klafft ein Loch – fühlt sich an wie der ein Krater nach Meteoriteneinschlag…
    nun ist da Leere, aber auch Schmerz, …
    alles Faule ist entfernt, wenn es doch mit dem „Klump“ in der Seele auch so leicht wäre …
    Einen schönen Tag euch allen

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