Wenn Menschen selektieren: Fakten zur PID (Präimplantationsdiagnostik)

[picapp align=“right“ wrap=“true“ link=“term=embryo&iid=5231790″ src=“http://view4.picapp.com/pictures.photo/image/5231790/embryo/embryo.jpg?size=500&imageId=5231790″ width=“234″ height=“346″ /]Heute im Wissenschaftsteil der F.A.Z. ein äußert lesenswerter und sachlicher Artikel über die Ausweitung der Präimplantationsdiagnostik (PID). Hintergrund: Embryonen sollen auf genetische Defekte untersucht und ggf. aussortiert, sprich getötet werden. Noch ist dies in Deutschland verboten, das Verbot bröselt allerdings unter dem allgemeinen Primat des Kapitalismus – ethische Gründe werden nur mühsam vorgeschoben. Einige Fakten und Zitate aus dem Artikel…

„In den Vereinigten Staaten, wo die PID schon länger und wenig reglementiert ist, hat sich durchaus eine Eigendymanik entwickelt. Medizin-Experten und Ökonomen (!) bereiten sich dort auf eine Art kollektive Testung künstlich gezeugter Embryonen vor.“ Der Artikel führt weiter aus, dass man zu dem Schluss gekommen sei, dass sich eine flächendeckende Testung aufgrund einer Veranlagung zur Muoviszidose schon bald finanziell rechnen könne (!).

Wichtig dabei sei, dass die Paare keine Wahl hätten – sie müssten sich testen lassen. Sie könnten sich nicht entscheiden, im Falle einer Belastung durch Gentests, das Kind dennoch zu bekommen. Sie müssten auch nach Eröffnung der Ergebnisse auf weitere natürliche Zeugung verzichten!

Der Artikel klagt weiterhin an, dass Risiken nicht benannt oder verschwiegen werden. Im Rahmen von künstlichen Befruchtungen kommt es nämlich überdurchschnittlich oft zu Fehlbildungen eines Embryos. Die Gefahr, trotzdem ein krankes Kind zu bekommen, ist somit keineswegs gebannt. Dazu: Die sogenannte Baby-Take-Home-Rate nach einer PID beträgt nur 35% – PID reduziert also die Chance, überhaupt Eltern zu werden erheblich. Zudem ereignen sich nach PID 5-mal mehr Totgeburten

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Wie kann man die Erkenntnisse in eigenen Worten zusammen fassen? Zwangsauslese. Selektion. Lebensunwertes Leben. Huch, da klopft doch der Nazi glatt im weißen Kittel bzw. eher noch im Gewand des Ökonoms an die Tür. Wie praktisch: Wir erzeugen Kinder, suchen die besten aus, schmeißen kranke weg und sparen eine Menge Geld und Nerven… wer sollte da etwas gegen haben? Zugegeben: Letztlich geschieht nichts anderes durch die Spätabtreibung – das macht die Sache aber nicht besser. Letztlich wird der Mensch zunehmend der Ökonomie geopfert. Das Schwache, Kranke, Behinderte wird minderwertig… sozial unverträglich.

8 von 10 Kindern, bei denen der Herzfehler unserer Tochter Merle vor der Geburt gefunden wird, werden abgetrieben.

Gott, erbarme dich.

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15 Antworten zu “Wenn Menschen selektieren: Fakten zur PID (Präimplantationsdiagnostik)

  1. Tja – Selektion von „lebensunwertem“ Leben – hatten wir das nicht schon mal in der Geschichte Deutschlands…??? Einfach krank!

    Liebe Grüße vonner Insel

  2. So lange die Abtreibung nach Fruchtwasserpunktion und festgestellter Erkrankung erlaubt ist – so lange ist eine PID, wenn sowieso im Reagenzglas gezeugt wird, m.E. das kleinere Übel.
    Aber beides ist, finde ich, nicht in Ordnung.

  3. hui, das find ich gut, so was in einer großen deutschen tageszeitung zu lesen. könntet ihr noch mal den genauen titel des artikels oder den link reinstellen?
    merci!

  4. @Janetschka: der Artikel ist online leider nicht verfügbar – er befindet sich im Abo-Bereich bzw. ist im Wissenschaftsteil Leitartikel der Ausgabe vom 27.10.2010.

  5. Erschreckend, in welche Richtung sich das entwickelt, und welche Gründe vorgeschoben werden.
    Kranke und Behinderte kosten uns nur Geld. Na dann wäre ich mal dafür, dass wir anfangen, Raucher zu erschiessen. Vielleicht gleich auch noch alle die Fleisch essen, oder Auto fahren.
    Lasst uns eine reine, starke Rasse züchten.
    Aber da waren wir ja bereits schonmal…
    *kopfschüttel*

  6. Auf solche Wege kann man letztlich nur kommen, wenn man nicht mit dem Eingreifen Gottes rechnet. Es gibt einige Geschichten von Ärzten, die den werdenden Eltern prognostiziert haben, dass ihr Kind schwer beeinträchtigt zur Welt kommen würde … bis die Eltern schließlich ein kerngesundes Kind in den Armen halten konnten…

  7. Mich bringt dieses Thema auch ziemlich auf die Palme.

    In Stuttgart ketten sich Menschen an Bäume, aber wenn es um die Entstehung des Lebens in seiner wohl schönsten Form geht, um das Aufwachsen eines Embryos und die spätere Geburt eines menschlichen Babys, wird unterschieden zwischen „krank“ und „gesund, zwischen „zumutbar“ und „unzumutbar“.

    Wie pervers und grotesk ist unsere Gesellschaft mittlerweile, wenn behauptet wird, das Töten von Embryonen, also menschlichen Lebens, aufgrund einer egativen PID-Diagnose mit „Impfungen“ verglichen wird.

    Ich denke allerdings auch, dass viele Elternpaare, oder werdende Mütter, die sich heute schon der allgemein praktizierten Pränataldiagnostik unterwerfen, eigentlich mit guten Intentionen in diese Untersuchungen gehen. Ich möchte behaupten, dass viele es einfach nicht besser wissen, vielleicht sogar von Ärzten dazu überredet werden, womit wir dann auch schnell wieder zum Thema (Spät-)Abtreibung kommen. Hier ist sicherlich noch viel Aufklärungsbedarf, sofern die Welt das überhaupt hören will und ihnen nicht „die Ohren jucken“ … 😉

    „Ethische“ Gründe für eine Erlaubnis der PID anzuführen ist letztlich meiner Meinung nach Widerspruch in sich und reiner Sarkasmus.

  8. Danke an Peter für den Link. Das Schicksal beider Familien bewegt mich grad sehr beim Durchlesen des Artikels.
    Ich habe einige Erlebnisse mit Kindern mit dem Downsyndrom gehabt. Diese Erfahrungen haben mich bereichert. Gott sei mit Tims neuer Familie!

  9. Das ist ein großer Schritt in Richtung huxleys „Brave New World“. Huxley nahm sein buch übrigens ernst und wollte das alles genau so umgesetzt haben.

    Am ende werden nur Menschen geboren werden, die genetisch optimiert einem Staat dienen, der sich im Privatbesitz der mächtigen befindet.
    Wer keine bestimmte Funktion erfüllt wird nicht mal mehr geboren werden.

    Damit alles REibungslos läuft passt Orwell mit seinem Überwachungsstaat auf, der dank des inszenierten Terrors ausgeweitet wird.

    Dass die Nazis das alles auch so gemacht haben bzw. mit heutiger Technologie weitergeführt hätten interessiert Politik und Massenmedien nicht.

  10. @moderner Mensch: Nunja, schliesslich ist alles dies ein Zeichen dafür, dass wir in einer gefallenen Welt leben, die wir zwar aktiv gestalten und unserer Verantwortung als Christen gerecht werden sollen, deren Ende allerdings (sichtbar) vorprogrammiert ist.

  11. Als ich in der 13. Schwangerschaftswoche das erste mal (jaja die anderen male haben die den Vater einfach draußen auf der Bank vergessen) unser Baby gesehen habe, war ich geflashed. Mein erster Gedanke war: Unglaublich, wie können Menschen sowas vernichten. Das ist LEBEN!

    Ich hätte es nicht mehr töten können …

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