Eine Meer-Geschichte: Die Lektion des Sturmes (3 und Ende)

Fortsetzung vom zweiten Teil, den man hier lesen kann!

(…) „Dann lass es doch. Keiner zwingt dich, selbst zu kämpfen. Du musst nicht stark sein. Nur loslassen. Mich machen lassen.“ Ein leises, liebevolles Lachen. Erstaunt bleibe ich stehen. Die Stimme spricht ruhig und nun sehr ernst weiter: „Weisst du, was ich einmal als Gerichtswort über das Volk der Chaldäer gesagt habe?“ Tolle Frage, weiß ich natürlich nicht, ist das ein Bibelkundetest?

Mit einem leisen Schmunzeln spricht die Stimme weiter: „Ich habe ihnen gesagt: „Eure eigene Kraft macht ihr zu eurem Gott“. Weißt du, was mich das macht? Wütend! Denn das ist Götzendienst, und der schadet meinen geliebten Menschen und das macht mich traurig und wütend. Verstehst du nun, was ich meine? Hör auf zu kämpfen! Vertraue und empfange von mir, jeden Tag neu. Jeden Tag. Wenn du deiner eigenen Kraft vertraust, obwohl du Zugriff auf meine Kraft haben könntest, was sagt das dann aus? Du verhältst dich wie ein Mensch, der das fastfood einem großartigen Buffett der besten Köche vorzieht. Das macht mich traurig, zornig, wütend – weil ich dich so liebe!“

Still gehe ich weiter. Wieder und wieder frage ich mich – ist das Gott, der zu mir spricht? Doch, er muss es sein, das sind nicht meine Gedanken, das sind auch nicht die Gedanken des Gegners… Papa spricht. Und er meint es sehr ernst. „Aber warum bist du denn so abwesend? Warum durchbrichst du nicht einfach die Distanz, die ich aufbaue und wärmst mein Herz, wenn ich es so nötig hätte?“ Mit feuchten Augen dränge ich weiter, mal getrieben, mal gebremst vom Sturm. Meine Wunde liegt offen, sie schmerzt. Ich sehne mich nach einer Antwort. Aber es kehrt Ruhe ein, Gottes Stimme schweigt. Es ist, als wenn er mir zuflüsterte: „Das, mein Kind, ist ein anderer Tag, und eine andere Lektion des Meeres. Hab Geduld. Ich bin da. Ich lehre dich meine Weisheit.“
Fasziniert, verwirrt, entnervt und auch verletzt beschleunige ich meine Schritte. Ich brauche einen Kaffee. Dringend.

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Bibelstellen zum Vertiefen und Nachlesen:

  • 1. Johannes 3,20 – Gott ist größer
  • Matthäus 28.20 – der immer anwesende Herr
  • Jakobus 1,2ff – Prüfungen und Lebensstürme sind Orte des Wachstums
  • Habakuk 1,11 – die eigene Kraft zum Gott machen
  • Jeremia 2,12.13 – rissige Wasserbehälter voller Kraftlosigkeit

 

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