Stage diving im Gerste-Feld reloaded (außerhalb der Matrix: Teil 2)

Wie im vorigen Artikel geht es auch wieder um vermeintliche plüschige Oberflächen im Glauben, die zu tragen scheinen und wenn man sich hinein schmeisst, geringe Haltbarkeit offenbaren bzw. ein unsanfter Aufschlag erfolgt – ja, erfolgen muss.

Dazu liebt Gott zu sehr, um seine Kinder in der Täuschung verhaftet zu belassen – also ent-täuscht er sie lieber… also: was haben wir denn da noch? Gefühle und kluge Theologie waren die ersten Oberflächen. Wichtig, aber nicht tragfähig… und nun:

  • Zeichen und Wunder. Zahlreiche Bibelstellen belegen, dass Christen, wenn die mit Gottes Geist unterwegs sind und ein offenes Herz dafür haben, Zeichen und Wunder erleben werden (Zum Beispiel Römer 15,18.19 und viele andere). Ja, diese Zeichen sind fast zwangsläufig Merkmale eines wachsenden Reiches Gottes! Aber eben nur Zeichen! Hinweiser auf das Eigentliche. Dankbar zu empfangen, sich darüber zu freuen – wunderbar! Daraus das zentral Erstrebenswerte zu machen – no way! Denn dann verwechselt man Geber und Gaben und produziert letztlich in einem magischen Missverständnis Götzendienst. Erwartungen – ja. Offenheit – auf jeden Fall. Ich glaube aber, die beste Art, mit Zeichen und Wundern umzugehen ist eine stille Freude und Dankbarkeit: „Ach, du schon wieder! Na, wir kennen uns ja! Schön, dass du wieder da bist!“ – um sich dann wieder Jesus zuzuwenden.
  • Die Bibel. Oh, das ist jetzt gewagt. Ich will es erklären. Die Bibel ist für mich zu 100% Gottes Wort! Sie ist solide Grundlage für Leben und Glauben! Aber sie ist eben nicht Gott, sondern verweist auf ihn. Der christliche Glaube ist lebendige Nachfolge und kein Buchstabenglaube. Eine Testfrage reicht: Ist Gott größer als die Bibel? Ja! (Ich würde ergänzen: widerspricht er in seinem Verhalten diametral den Grundaxiomen der Bibel? Nein!). Also: wir brauchen die gesunde und nahrhafte Lehre der Bibel wie unser täglich Brot! Aber wir sollten sie nicht zum Gott machen. Anders als im Islam liegt bei mir das NT auf dem Klo und an ganz vielen Stellen, dieses Buch ist nicht heilig, will nicht verehrt werden. Nur einem gebührt die Ehre – Gott selbst, wie er sich durch Jesus Christus uns offenbart hat. Dabei hilft unabdingbar die Bibel (oder generell christliche Lehre – denn den größten Teil der Kirchengeschichte hatten die Menschen keine Bibel). Dafür bin ich dankbar! Aber: Glaube ist Beziehung. Der Mensch wird zum Menschen am Du Gottes und nicht im Lesen der Bibel.
  • (to be continued… Teil 3 wird folgen…;-)
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