Gesunde Prioritäten setzen: Erschöpfung vermeiden, zielgerichtet leben – aber wie?

Das Leben als Christ findet in einem Spannungsfeld statt, in dem sich entscheidet, ob wir ausbrennen oder an Kraft gewinnen, ob wir erfüllt leben oder nur angefüllt bzw. abgefüllt

Auf der einen Seite ist eine heilige Gelassenheit, die uns Jesus am Ende der Bergpredigt verschreibt (Matthäus 6,34). Auf Gott verlassen, entspannen, loslassen, vertrauen. Ein wichtiger Spannungspol in einer Sicherheitsgesellschaft, in der Kontrolle alles ist und jeder auf sich selbst geworfen ist im Management seines Lebens. Also: durchatmen, aufatmen, Kraft gewinnen.

Diese Haltung kann allerdings schnell kippen – das erlebt Paulus bei den Christen in Thessaloniki. Sie entspannen so sehr, dass sie nur von Tag zu Tag leben und sogar aufhören zu arbeiten. So weit muss es nicht gehen – wir können weiter arbeiten und trotzdem vollkommen ziellos und ohne jede Priorität durchs Leben dümpeln. Von Woche zu Woche, von Urlaub zu Urlaub, von Event zu Event. Auch als Christen.

Deswegen brauchen wir den anderen Spannungspol! Denn derselbe Paulus betont zweifach, dass wir die Zeit sinnvoll nutzen sollen (Epheser 5,15; Kolosser 4,5)! Jesus macht das in der Bergpredigt streng genommen auch, indem er die Ausrichtung auf das Reich Gottes als Weg zur Gelassenheit in Gott festlegt. Beides ist nicht möglich, ohne Prioritäten zu setzen. Wer zu vielen Dingen automatisch JA sagt, ohne sie an inneren wohl bedachten Prioritäten zu messen – der sagt genauso automatisch zu anderen Dingen NEIN. „Ich kann alles mitnehmen ohne Verlust!“ – das ist eine Lüge dieser Gesellschaft. Kraft geht verloren, Beziehungen geschwächt – zu mir selbst, dem Nächsten, zu Gott. Ich zerfalle in meine Aktivitäten, ich zerstreue mich – anstatt mich heilsam um einen Mittelpunkt zu sammeln: GOTT.

Wer findet die Prioritäten? Unser Herz! Indem wir ruhig werden, unser Herz zur Rate ziehen und den Geist Gottes durch unser Herz sprechen lassen und dabei ganz bewusst Fehlprägungen, die uns in andere Richtungen drängen wollen, beiseite lassen. Der Geist Gott führt in die Wahrheit und er macht es an dieser Stelle durch unser Herz! Wenn wir bei uns sind und bei Gott sind – liebt es Gott, uns gesunde und lebensaufbauende Prioritäten zu schenken! Nicht umsonst ist der Teufel das Gegenteil – der dia-bolos – der Durcheinanderbringer und -werfer… Gott will dich sammeln – dein Herz hat dafür ein feines Gespür!

Durchgesetzt werden Prioritäten mithilfe der Kraft Gottes durch den Kopf, den Willen, den Verstand. Denn allzu oft wird unser Herz Fünfe gerade sein lassen wollen und einfach den Moment genießen – komme was wolle. An dieser Stelle brauchen wir Willen und Verstand – vom Geist geprägt und durchtränkt! Wir benötigen STOP-Schilder, die uns sagen: Achtung, das Gute ist hier gerade der Feind des Besseren! Unser Herz vermag das nicht – der Wille und der Verstand müssen hier geistgeleitet einschreiten. Das verlangt, in diesem Moment zu manchen Dingen NEIN zu sagen oder WENIGER. Dafür bleiben die Dinge erhalten, die wirklich wichtig sind.

Und das Leben bekommt eine ungeahnte Ausrichtung und kraftvolle Dynamik, die uns nicht leer laufen lässt. Und achja: Prioritäten gehören regelmäßig auf den Prüfstand. Des Wortes Gottes, der Wahrheit unseres Lebens, und der Führung des Geistes.

Möge dein Leben gelassen zielgerichtet sein!

 

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