Verdrängtes Wissen über Gott: Eine Quelle der Zufriedenheit und des Glücks

Paulus ist mit Kollege Barnabas in Lystra. Die finden die beiden und ihre Wunder so grandios – dass sie sie kurzerhand zu menschgewordenen Göttern machen wollen…

HUCH! Denkt sich Paulus und zerreißt sich das Obergewand vor Entsetzen. Und das war damals nicht so leicht wie bei dem Fummelkram von H&M.

Dann sagt er zu den Leutchen von Lystra: „Geht nicht! Wir wollen euch doch gerade von den komischen Göttern wegbringen, an die ihr glaubt und die eigentlich keine sind…“ (interessante Bemerkung für die Einschätzung der Gottheiten anderer Religionen – das nur b.t.w.) „Ihr sollt euch dem lebendigen Gott zuwenden, der sich nun allen Völkern zuwendet, diese aber schon vorher beschenkt hat…“ Und dann kommt der Vers der Tageslosung:

Und doch hat er, Gott, sich auch ihnen (den nichtjüdischen Völkern) schon immer zu erkennen gegeben: Er ist es doch, der euch Wohltaten erweist! Er gibt euch den Regen und lässt die Ernte reifen! Er gibt euch zu essen und macht euch froh und glücklich! (Apostelgeschichte 14,17)

Sprich: Gott ist nicht der Uhrmacher, der sein Werk vollendet (Schöpfung) und dann laufen lässt – es gibt auch eine erhaltende und weiterführende Schöpfung.

Nun ist Gott als Schöpfer für viele moderne naturwissenschaftlich geprägte Menschen ein Problem (der postmoderne Mensch öffnet sich dafür wieder) – aber selbst für die, die Gottes Schöpfungswerk anerkennen (wie auch immer dies abgelaufen sein mag) ist das Wissen praktisch(!) verloren gegangen, dass ER es ist, der z.B….

  • Die Versorgung schenkt
  • Menschen so beschenkt, dass sie Glück erfahren können
  • Jedes Aufwachen am Morgen ermöglicht – wir können weder einschlafen noch aufwachen machen!
  • kurz: dass sein Schöpfungshandeln weiter geht und er beschenkt und erhält…

Unser Problem: Wir schreiben all diese Dinge uns selbst zu bzw. unserer Geschicklichkeit, unserem know-how, unserer Kontrolle… damit berauben wir uns aber einer Quelle der Dankbarkeit. Wir berauben uns dem kindlichen Staunen darüber, dass es uns – trotz allem manchmal – so gut geht und dass das ein Geschenk ist! Als ständig Beschenkter kannst du aber wesentlich zufriedener und glücklicher leben – wenn du alles im Leben auf dich bezieht, dann bleibst du bei dir… du bist der Gott deines Lebens… und das ist wirklich – anstrengend!

So ist die Mischung wichtig: Sich als Beschenkter und Beschenkte verstehen – und gleichzeitig schöpferische Verantwortung für das Leben zu übernehmen. Denn das ist Gottes Auftrag an dich. In diesem Spannungsfeld finden sich die heiligen Paradoxien, die doch so logisch sind: eine abhängige Freiheit, eine beschenkte Eigenständigkeit. In dieser Dynamik findet sich:

Dankbarkeit – Zufriedenheit – Glück.

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