Warum Gebet unsere Begegnung mit Gott verhindern kann! Wie sie dennoch gelingt…

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Image by bhsher via Flickr

Was ist Gebet? Da der Kern der christlichen Existenz zuerst und immer das „Kind“ Gottes und der „Freund“ des Sohnes ist und nicht der „Arbeiter und Befehlsausführer Gottes“ – ist Gebet nichts anderes als die lebensverändernde, intime und dialogische Begegnung zwischen nacktem Gott und nacktem Menschen.

Das heisst: Der Mensch, wie er ist – also du – nackt, ohne Fassaden und Show, mit den dunklen Stellen und Zweifeln und Nöten – tritt vor Gott, der ebenfalls nackt ist – weil ohne verzerrende Gottesbilder. Veränderung geschieht immer in der Realität, deswegen sind Idealbilder von einem selbst und Gottesbilder so gefährlich. Wir werden die 100% „Nacktheit“ nie erreichen – dass sie aber wünschenswert ist, das sollte klar sein.

Warum sollte auch ein Mensch, der so gar nicht existiert, einem Gott begegnen, der anders ist? Also.

Dazu: dialogisch – d.h. Gott antwortet und ist mit seinem Kind im Gespräch. Gebet ist kein Monolog. Dazu: intim. Gebet ist niemals Pflichterfüllung und entsteht aus Leistungsdruck. Wenn du es so pflegst: Lass es lieber! Das kann einmal gut sein, vielleicht auch zweimal. Wenn das aber zur Dauerhaltung wird – dann implodiert der Glaube, denn Leistungsdenken ist dem Evangelium entgegen gerichtet…

Wenn Gebet das ist – dann ist es etwas, was der Geist, der neue Mensch sich sehnlichst wünscht! Was aber gleichzeitig vom alten Menschen, vom Fleisch gefürchtet wird! Deswegen gibt es einen Kampf um ehrliches, intimes Gebet. Und die fieseste Variante, diesem Gebet zu entkommen, ist fromm. Wie immer. Gebet selbst.

  • Man kann aufopferungsvoll für Missionare in Mubungu beten – und der nackten Begegnung mit Gott damit entgehen!
  • Man kann Fürbittenlisten abarbeiten – und doch niemals selbst sich einfach dem Vater hinhalten.
  • Man kann jahrelang in den Gottesdienst gehen – und doch sich nie vom Vater dienen lassen.
  • Man kann prächtig von Sünde und Gnade als Konzepte reden – und sie doch nie aufs Detail des Lebens anwenden. Der Teufel steckt aber im Detail!

Der Antichrist ist ein frommer Mann mit kleinen, fiesen und entscheidenden Akzentverschiebungen! Das macht ihn so gefährlich. Überprüfen wir doch unser Glaubensleben darauf, wo wir es pflegen, um dem Eigentlichen zu entgehen…

Der intimen Stille vor Gott, in die hinein ein heilsames, aber vielleicht auch schmerzhaftes Gespräch mit ihm beginnen kann…

(Und weil das so ist, leite ich ab Donnerstag eine Einkehrzeit im Forggenhof. Spontananmeldungen sind noch möglich! Dieses Blog wird daher bis Montag schweigen… 😉 )

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