Nicht am Ar… vorbei, sondern direkt ins Herz hinein (Teil 2: Der Baum des Glaubens)

(Teil 1 findet sich hier)

Ich hatte gestern vom Baum des Glaubens geschrieben, dessen faule Wurzeln und verkümmerte Blätter dafür sorgen, dass wir die frohe Botschaft nicht mehr wirklich aufnehmen können. Wir hören sie, sie berührt unser Gehirn – aber sie geht nicht tiefer. Sie verändert nicht wirklich. Am Beispiel von Gebet und Leistungsdenken wurde dieses Bild durchgespielt…

Heute mehr zum Baum. Dieser ist ein biblisches Symbol voller Kraft für ein ertragreiches und ein im Sinne Gottes erfolgreiches Lebens als Kind Gottes. Die Wurzeln bekommen frisches Wasser durch den Heiligen Geist, ihre Blätter sind saftig und grün und sie tragen permanent reiche Frucht:

An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihre Blätter verwelken nie, und sie tragen für immer reiche Frucht. Denn der Fluss, der ihren Wurzeln Wasser gibt, kommt aus dem Heiligtum. (Hesekiel 47,12)

Und das großartige ist: Gesunde Bäume überstehen Stürme, denn sie sind biegsam und elastisch, also nicht starr – sie tragen wie von selbst Frucht und müssen diese nicht krampfhaft produzieren…

Klassische Verkündigung der frohen Botschaft erreicht oft nur die Blätter eines Menschen. Dieser kehrt vermeintlich um zu Jesus und nun beginnt allzu oft nur eine Glaubenssimulation. Es wird gebetet, Pflichten erfüllt, in eine Gemeinde gegangen… aber es ist mühsam, anstrengend, manchmal auch schön, aber das ist Tagesform. Ist DAS nun erfülltes Christsein? Nein! Denn es spielt sich an den Blättern ab, erreicht aber selten den Alltag und transformiert diesen… warum?

Weil das Herz nicht erreicht wurde. Eine soziale Gestalt wie eine Gesellschaft oder ein Milieu, aber auch der einzelne Mensch verändert sich von den Wurzeln, vom Herzen hin nach außen. Deswegen ist eine Verkündigung ohne persönliche Beziehung, ohne ein geöffnetes Herz allzu oft… wenig hilfreich. So erleben wir in Afrika, dass Menschen, wenn sie zum Glauben kommen, trotzdem im Falle einer Krankheit reflexartig zum Medizinmann laufen – das Herz war unerreicht. Und im Westen kommen Menschen zum Glauben – aber der Alltag verändert sich überhaupt nicht. Dasselbe Neid- und Konsumverhalten, unreflektiert, angepasst… Weil sich die Werte nicht verändern. Das Herz nicht berührt wird.

Es geht also um eine Nachreifung. Wahrscheinlich bei jedem Christen mehr oder weniger… Damit der Glaube auch die Seele heiligt, das Herz verändert und so durch die geheiligten, transformierten Wurzeln auch die Praxis anders werden kann… deswegen gilt es, an die Wurzeln zu gehen – denn diese bestimmen auch die Äußerungen des Glaubens. Ein Gebet, das auf einem falschen Gottesbild, einem Leistungsdenken und auf Scham basiert – wird nicht die Ebene der Intimität bieten können, die uns verändert…

Deswegen zum Schluß für heute – der Baum des Glaubens. Und wie er NICHT kraftvoll lebt. Darum wird es in den nächsten Einheiten gehen -dass diese Probleme im wahrsten Sinne des Wortes an der Wurzel gepackt werden… damit Luft und Licht und Leben hinein kann… und der Glaube den GANZEN Menschen erreicht…

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Eine Antwort zu “Nicht am Ar… vorbei, sondern direkt ins Herz hinein (Teil 2: Der Baum des Glaubens)

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