Warum lauwarm keine Option für einen Christen ist (Teil 3 der Serie „Nicht am Ar… vorbei, sondern direkt ins Herz hinein)

(Lustig und hochspannend, wie sich ein solches Thema entwickelt… work in progress… 😉 – also…)

Wir haben festgestellt, dass wir allzu oft der frohen(!) Botschaft gar nicht allzu froh gegenüberstehen, sondern kalt. Abgebrüht. Nüchtern. Und dass da etwas nicht stimmt. Am Beispiel von Gebet und Leistungsdenken wurde klar: Es gibt eine Form des Glaubens, die das Herz nicht erreicht und transformiert. Das Ergebnis ist mehr oder weniger eine „Glaubenssimulation“.

Gott verlangt keinen „perfekten“ Glauben – aber wir verpassen das Schönste: Dass uns der Glaube berührt, verwandelt, begeistert… – haben wir allerdings einen „Baum des Glaubens“, dessen Wurzeln nie erreicht wurden, dann ist das kein Wunder… dann ist Glaube anstrengend, mühsam… letztlich: eine Religion, auf die man gut verzichten kann…

Aber muss das wirklich sein? Diese… Begeisterung? Ist das nicht alles zu… extrem? Sorry – es muss sein!

  • Die Botschaft von Kreuz und Auferstehung ist radikal und trennt. Für die einen ist es Freude, Jubel und Freiheit, sie ist Dynamit (so wörtlich übersetzt!) – für die anderen ist es ein riesiger Blödsinn und ein Ärgernis, so sagt es Paulus (1.Kor 1,18ff).
  • Jesus ist entweder der Stolperstein, den man verflucht, der verworfen wird… oder der Eckstein, der alles zusammenhält…(Mt 21,42)
  • C.S. Lewis betont, dass Jesus entweder Gottes Sohn selbst ist.. oder ein riesiger Scharlatan… eine Option dazwischen gibt es nicht. Wenn er aber der Messias ist und man dieses „be-greift“ – dann kann das nicht lauwarm oder kalt lassen…
  • die Apostel jedenfalls können gar nicht anders, als davon weiter erzählen. Ihnen läuft ihr Herz über… und wovon das Herz voll ist, davon muss man reden (Mt 12,34). Wenn wir lauwarm sind… keine lebendige Begeisterung kennen… dass sagt das etwas über das Herz aus… da sind die Wurzeln nie erreicht worden…

So erleben wir beides: Menschen, die begeistert sind und das Evangelium aufnehmen – Menschen die gleichgültig sind und mit den Schultern zucken…(Areopag; die Menschen nach der Bergpredigt, die sich abwenden…)

Selbst körperliche Heilung löst nicht automatisch Begeisterung aus, Wunder erzeugen keinen Glauben, das verstandesmäßige Durchdringen auch nicht… Gottes Wort ist keine Magie, sonst könnte man mit einem großen Megafon das Evangelium über Deutschland verkünden und die Christen würden von den Bäumen fallen…

Den Unterschied macht das bereitete, das offene Herz… (deswegen sind Menschen in Schlüsselsituationen, Grenzsituation und in Not bereiter, die frohe Botschaft zu hören…)

Aber bei Christen? Du bist jetzt gemeint, wenn du dich zu Jesus Christus hältst…. da sollte das Herz erreicht sein, Berührung, Offenheit, Begeisterung immer spürbarer im Leben werden. Eine Freude, die von innen kommt und die keiner nehmen kann, selbst Gefangenschaft nicht. Davon spricht Paulus, das ist: der Maßstab.

Lauwarm sein ist keine Option. Und es ist gefährlich. Das macht das Sendschreiben an Laodizea deutlich, das oft falsch ausgelegt wird. Denn es geht nicht ums heiß sein für Jesus – es geht um etwas viel Gefährlicheres…

Ich weiß, wie du lebst und was du tust; ich weiß, dass du weder kalt noch warm bist. Wenn du doch das eine oder das andere wärst! Aber weil du weder warm noch kalt bist, sondern lauwarm, werde ich dich aus meinem Mund ausspucken. (Offenbarung 4, 15f)

Laodizea hatte mit einem bedeutenden Mangel zu kämpfen: seine Wasserversorgung. Die Stadt wurde über ein 10 km langes Aquädukt mit Wasser aus dem Süden versorgt. Das Wasser stammte entweder von Thermalquellen und kühlte bei seiner Beförderung auf lauwarm ab oder kam von einer kühlen Quelle und wurde im Aquädukt warm. Die Einwohner hatten wohl überwiegend laumwarmes Wasser zu trinken. Bäh!!!! Das „heiße“ Wasser war vermutlich eine Anspielung auf auf die berühmten Thermalbädern von Hierapolis, die ca. 10 km nördlich von Laodizea lagen. Mit dem Wort „kalt“ mag das kühle Wasser zu Kolossä gemeint haben, nur 16 km östlich von Laodizea…

Es geht also nicht darum, heiß zu sein… es geht darum, nah an der Quelle zu sein! Und lauwarm zu sein, das bedeutet: du hast dich von der Quelle entfernt!!

Das ist hochgefährlich. Wenn du also abgebrüht und ungerührt als Christ durch die Gegend stapfst – dann kann dich das nicht ruhig lassen!!!!

Ich wünsche dir eine heilige Unruhe!

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