Scham-los leben durch Gottes Gnade (Teil 5 der Serie: Nicht am Ar… vorbei, sondern direkt ins Herz hinein!)

Scham, besser Schamgefühl ist etwas Gutes und Natürliches. Sie zeigt an: es ist etwas schief gelaufen. Ich habe bestimmten Normen und Gesetzen nicht entsprochen. Wie gut, dass wir das merken und nicht schamlos unser Ding machen (heute häufig: das Gesetz bin ich!). Aber ein paar Dinge fallen auf…

(Einschub für alle Neueinsteiger: Diese Reihe (die hier startet) will frommes Verhalten hinterfragen. Allzu oft ist das Evangelium nicht ins Herz gegangen, hat nicht die verletzten und wunden bzw. sündigen Wurzeln des Seins erreicht. Die Folge: Frommes Verhalten, das nach außen gut aussieht, dessen Motivation aber von Angst, Konformismus und Gruppendynamik geprägt ist. Gott ist das ein Gräuel. Er will geistliches Leben, das übernatürlich Freude, ja Spaß (pfui!) macht, in die tiefe Beziehung zu Gott führt und seine Kraft aus dem Heiligen Geist und aus einem zunehmend vom Geist geprägten und geheilten Wurzelwerk geprägt ist. Das dahinter stehende biblische Bild ist das des Baumes, der seine Wurzeln an der richtigen Quelle hat und immerzu Frucht trägt. Dessen Blätter nicht verwelken. Danach sehne ich mich. Das treibt mich um! SCHAM ist eine solche verletzte und faule Wurzel, die unser Glaubensleben verseucht…)

  • Scham war ursprünglich nicht vorgesehen zwischen Gott und Mensch. Adam und Eva hatten weder vor Gott noch voreinander Schamgefühle. Erst die Sünde – die Trennung von Gott erzeugte Scham. Wenn also Christus den Frieden zwischen Gott und Mensch wieder herstellt – was bedeutet das konkret?
  • Es gibt eine überdrehte und überempfindliche Scham, die unser Leben blockiert. Normen, die uns aufgepropft worden sind, die aber letztlich antichristlich sind! Man schämt sich: Schwäche zu zeigen, zu versagen, depressiv zu sein, anders zu sein, aus dem Rahmen zu fallen. Sind das wünschenswerte Normen und ist diese Scham göttlich? Nein – sie ist teuflisch und knebelt den Menschen!
  • Es gibt sogar eine Form von Christentum, die die Scham nutzt, um Menschen klein zu halten und zu versklaven. Da wird frommer Druck ausgeübt. Scham erzeugt…
  • Gott möchte uns zu einem im besten Sinne schamlosen, also kindlich gelassenen Leben verhelfen… das ist die Freiheit des Christenmenschen! Liebe Gott über alles und deinen nächsten wie dich selbst – und der Rest ergibt sich… (das EINE Gebot Jesu…)
  • Wie viele Menschen schämen sich wegen Versagen, wegen starker Gefühle, wegen Verletzungen, wegen sozialer Normen (das macht man so im Dorf, in der Familie)… beobachten wir Jesus – kennt er nur eine Norm: Gott. Seinen Vater! DAS ist Freiheit.

Ich bin der Überzeugung, dass die Freiheit in Jesus zur inneren Freiheit gegenüber Menschen führt. Der Apostel Paulus geht sogar soweit, dass er nicht mal mehr sich selbst verurteilt, geschweige denn sich von anderen Menschen verurteilen lässt. Er verweigert sich inneren und äußeren Stimmen bis auf eine: Jesus selbst (1. Korinther 4,1-5). Im Angesicht Gottes wird jede falsche Scham verstummen:

Psalm 34,5-7: Ich suchte die Nähe des Herrn – und er hat mir geantwortet: Er rettete mich aus aller Angst. Alle, die zu ihm aufschauen, werden strahlen vor Freude! Nie werden sie beschämt sein. Als es mir schlecht ging, rief ich zum Herrn. Er hörte mich und befreite mich aus aller Not.

Was also praktisch tun?

  • Verweigere dich dem Druck schamerzeugender Normen, die nicht biblisch fundiert sind (und pass bei den biblischen auf, dass sie nicht dem Gesetz entspringen, sondern der Gnade).
  • Verweigere dich inneren Anklägern.
  • Schaue auf Gott. Immer und überall als innere Haltung.
  • Suche dir einen seelsorgerischen Begleiter, der alte Scham-Bindungen mit dir zusammen ans Kreuz bringt und löst.
  • Werde radikal offen und transparent. Nicht vor allen Menschen. Fang klein an. Weite dann den Personenkreis aus, vor dem du offen zu Dingen stehst und dich ein Stück verletzlich machst.
  • Lass dich nicht von diesem Artikel zwingen, irgendetwas leisten zu müssen bezüglch Offenheit. Ich will keine neue Scham erzeugen, wenn du diesen Worten nicht folgst. Folge Jesus Christus. Öffne dein Herz. Schaue auf ihn und nicht auf Menschenmeinung. Auch nicht auf meine. Prüfe diesen Artikel.

Gott wurde Mensch. Mach es ihm nach. Sei DU! Vor Gott und den Menschen.

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