Jaja, die Wahrheit. Hat doch jeder seinen eigenen Gott…

Deutsch: Akrostichon "Iesùs Christòs Theò...

Deutsch: Akrostichon „Iesùs Christòs Theòu Yiòs Sotèr“ (Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser): ΙΧΘΥΣ (Ichthýs) – I Ch Th Y S (Fisch) (Photo credit: Wikipedia)

Letztens nach der Kindersegnung. Viele Gäste. Darunter eine liebe und symphatische Frau. Es entspann sich ein Dialog. Jeder Mensch würde ja sein eigenes Bild von Gott haben und alle seien irgendwie wahr. Ich appellierte etwas verzweifelt an ihre auch intellektuelle Redlichkeit:

  • Wenn dein Nachbar glaubt, Gott befiehlt Bomben zu werfen und du denkst bei Gott an Frieden – wer hat dann Recht? Muss hier nicht die Wahrheitsfrage gestellt werden?
  • Kann Gott in sich widersprüchlich sein in den Grundaussagen des Glaubens? Sozusagen: schizophren?
  • Wechselt Gott seine Gestalt nach meinem Bilde? Sprich: Ist er nur eine Projektionsfläche meiner Natur oder ist er: Wahrheit?
  • Wahrheit ist immer von etwas Höherem abgeleitet, sonst wäre es nur subjektive und individuelle Befindlichkeit. Wenn ich mir also Gott zusammen stelle, steht er dann unter mir? Kann er dann überhaupt Gott sein?
  • Wie kann ich Schutz und Geborgenheit von etwas empfangen, ja, Weisung und Hilfestellung auch über den Tod hinaus, wenn dieses „Etwas“ meiner und nur meiner Vorstellung entspringt?

Fragen, Fragen… die natürlich nicht fruchteten. Vielleicht aber zumindest Anstoß zum Zweifel an allzu leichten Antworten sind. Die Wahrheitsfrage ist nicht populär. Aber überlebensnotwendig. Wahrheit anzuerkennen heißt, sich ihr auszusetzen und nicht mehr Alleinbestimmer zu sein. Wahrheit anzuerkennen heißt, die eigene Begrenztheit und Fehlbarkeit einzugestehen. Doch Paulus macht ganz klar:

…damit du weißt, wie diejenigen sich verhalten sollen, die zum Haus Gottes gehören, zur Gemeinde des lebendigen Gottes, die der Stützpfeiler und das Bollwerk der Wahrheit ist. Und wie groß ist diese Wahrheit! Wie einzigartig ist das Geheimnis, auf das sich unser Glaube gründet! Er, der zu uns kam als Mensch von Fleisch und Blut, der als Sohn Gottes beglaubigt wurde durch Gottes Geist und der den Engeln erschien in seiner Macht – er wurde verkündet unter den Völkern, im Glauben angenommen in aller Welt und im Himmel mit Herrlichkeit gekrönt. (1. Timotheus 3,15ff, NGÜ)

Die Wahrheit ist personal. Die Wahrheit wird immer größer sein als unser Denken und Fühlen. Sie ist sogar größer als die Bibel. Gott ist größer. Wahrheit ist erfahrbar und nicht statisch wie ein System aus Axiomen. Aber die Grundaussagen stehen fest wie ein „Bollwerk“. Jesus ist Sohn Gottes. Beglaubigt durch den Geist (den es gibt!). Machtvoll wieder eingesetzt (d.h. er lebt und handelt!)). Gemeinde Gottes hat das zu verteidigen. Wo sie das nicht mehr tut, hat sie alle Kraft verloren. Da ist sie eigentlich nicht mehr Gemeinde Gottes (die hier bei Paulus ganz klar aus Menschen besteht und kein Gebäude ist!).

Ich genieße dieses Spannungsfeld. Einerseits die unumstößlichen Grundwahrheiten des Glaubens zu haben und sie als wahr zu erfahren im Alltag! Andererseits immer wieder überrascht zu werden von der lebendigen Wahrheit, die mein Denken sprengt: Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Faszinierend! Möge es dich auch begeistern…

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