Wenn sich Leben und Glauben in einer Wüstenzeit befinden – oder: das Geschenk der Wüste (Teil 3: Was die Wüste dich fragt)

(Teil 3 einer Reihe über Wüstenzeiten, die hier beginnt)

English: Dry earth in the Sonora desert, Mexic...

Wüstenzeiten des Glaubens. Gott ist vermeintlich nicht da. Dinge in uns zerbrechen. Sicherheiten schwinden… keine angenehme Sache das! Aber es hilft zu erkennen, dass dies Teil eines großen Ganzen ist, dass die Wüste Verwandlungsbeschleuniger Gottes ist…

Jesus hat als Urbild des Lebens in und mit Gott – als Vorfolger und wir als Nachfolger – die Wüste vorgelebt – wir stehen nicht über ihm, sondern haben es genauso nötig wie er, in die Wüste geführt zu werden. Das macht diese Situation erst einmal nicht angenehmer, aber es hilft, sie anzunehmen. Nein, es ist nicht die Ausnahme. Nein, es ist nicht ein „Problem“ meines Glaubens – im Gegenteil: ohne Wüstenzeiten sähe ich bei dir die viel größeren Probleme… (es gibt Situationen, in denen nicht annehmen, sondern kämpfen dran ist, aber dazu an anderer Stelle mehr)

Doch was will die Wüste? Was geschieht? Bzw. kann geschehen, wenn wir sie zulassen und uns nicht wehren, weigern, bocken und nur härter werden…

Die große Frage Gottes in der Wüste an dich ist die:

„Was bist du, wenn man dir alles nimmt?“

Die Wüste – real oder in deinem Herzen…:

  • Nimmt dir Sicherheiten. Weltliche Sicherheiten sind oft trügerisch und mutieren gerne zu Götzen, die uns von der totalen Abhängigkeit von Gott fern halten. Das kann Geld sein, der Job, eine Beziehung, der eigene Verstand, die Gesundheit…
  • Nimmt dir Kontrolle. Wir Westler haben unser Leben – seien wir ehrlich – auch ohne Gott und seinen guten Geist bestens im Griff. Alles abgesichert, durchgeplant, selbst der Glaube. Wir haben ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis. Das widerspricht diametral dem, wie Nachfolge Christi funktioniert. Gott wird uns das sanft Stück für Stück nehmen…
  • Rüttelt dich ungewohnt heftig durch. Die eigene Kraft nimmt ab. Der Wind reißt am Leben. Was macht ein Baum im Sturm? Er zerbricht, wenn er selbst hart sein will. Oder aber: Er ist elastisch und bildet tiefe Wurzeln…
  • Wirft dich zurück auf dich selbst. Falsche Abhängigkeiten werden gelöst. Gewohnte Rituale, Lärm, Betäubung… plötzlich bist du allein! Und sich selbst zu begegnen ist eine gute Voraussetzung, dem wahren Gott zu begegnen! Wie wertvoll ist diese Lektion…
  • Konfrontiert dich mit der Gegenseite. Die Wüste ist biblisch der Wohnort der Dämonen. Die Wüstenväter, die ersten Mönche, bestätigen dies. Jesus begegnet der Versuchung in der Wüste – nicht anders geht es uns. Versuchende Fragen kommen hoch: „Wo ist Gott in all dem?“, „Ich muss stärker werden“ – die Wüste lehrt Kampf in der Abhängigkeit von Gott. Im besten Fall…

Das klingt nach einem wirklich harten Trainingscamp. Gott mutet uns das zu, weil er uns liebt und befreien will. Ohne dieses Gottesbild im Hintergrund, kann die Wüste nur bitter machen und gegen Gott aufbringen. Ich wünsche dir, dass du diese Fragen vernehmen und annehmen kannst… dass du nicht hart wirst…

(Fortsetzung folgt)

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