Wenn sich Leben und Glauben in einer Wüstenzeit befinden (Teil 4: Wozu die Wüste, wozu ein abwesender Gott?)

(Teil 4 einer Serie über Wüstenzeiten, die hier beginnt…)

Wie machen das Liebende? So… ganz klassisch und romantisch… Der eine haucht dem anderen einen Kuss als Verheißung hin und zieht sich dann zurück, gibt eben nicht alles sofort… der andere entwickelt so Sehnsucht und meldet sich… so entsteht ein liebevolles Hin und Her aus sich entziehen und nachgeben, aus langsamen Steigerungen immer größerer Nähe. Ich glaube, Wüstenzeiten haben viel damit zu tun. Ich glaube, der abwesende Gott hat viel damit zu tun.

Gott ist abwesend, damit unsere Sehnsucht nach ihm steigt! Er lockt uns. In die Wüste. Damit wir falsche Sicherheiten und Kontrolle abgeben und aufgeben, heilsam zerbrechen und die wahre Sehnsucht des Herzens entdecken: Zur Ruhe zu kommen in Gott.Wir lernen auf der Wüstenreise etwas Entscheidendes, das zum geistlichen Menschen gehört, nämlich totale Abhängigkeit von Gott um seiner selbst willen. Der natürliche Mensch liebt Unabhängigkeit und liebt sich bzw. wenn er an Gott glaubt: die Dinge, die Gott schenkt.

Der Grund, warum selbst so viele Kinder Gottes diese herrliche freiheitliche Abhängigkeit von Gott nicht kennen, ist folgender: Sie haben sich noch nie in Schwierigkeiten befunden, aus dem kein Ausweg mehr zu sein schien… seien wir ehrlich: Wir haben im Westen das Leben auch ganz gut so im Griff, oder? Da muss Gott eher für den Notfall herhalten, als Seelentröster. 90% schaffen wir selbst, für den Rest ist Gott zuständig… was für eine fatale Grundhaltung…

Fakt ist wohl eher: Würde Gott seinen Lebensatem, ja, sich selbst von einem Menschen abziehen (ja, auch vom Atheisten), dieser wäre verloren… wir fragen so oft: „Wie kann Gott das zulassen?“ – seltsamerweise fragen wir das nie bei den vielen guten und schönen Dingen… die schreiben wir uns selbst zu. Warum also die Wüste? Damit wir heilen und zerbrechen an falschen Sicherheiten. Wir haben sie nötig. Gott hat sie nötig. Denn sonst erreicht er unser hartes Herz oft nicht. Er ist ein Gentleman – er zerbricht es nicht. Er führt uns in die Wüste…

(to be continued…)

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