Wenn sich Leben und Glauben in einer Wüstenzeit befinden (Letzter Teil: Wüste praktisch!)

Deutsch: Bizarre Felsgebilde (Pilzfelsen; Árbo...

Letzter Teil einer Reihe, die hier beginnt

Wenn man nun begriffen hat, wozu Wüste ist, wie sie der Liebe Gottes entspringt – so bleibt dennoch die Frage: Wie gehe ich praktisch damit um? Dazu ein paar theologische und praktische Hinweise, die sich in meinen Wüstenzeiten bewährt haben. Was nicht heißt, dass sie einfach sind… (für unsere alte Natur).

  • Die Wüstenzeit als Reifungszeit und Verwandlungszeit dankbar annehmen – so paradox das klingt. (Jakobus 1). Nichts ist Zufall, alles geht an Gott vorbei. Daran glauben wir Christen. Wir brauchen göttliche Weisheit zu entscheiden, wo wir eventuell auch abweisen, gebieten und binden müssen. Nicht immer ist Annahme der beste Weg – aber oft schon! Die Annahme einer anstrengenden Situation schafft die Voraussetzung für Verwandlung. Was ich ablehne, kann ich niemals verändern. Deswegen nimmt Gott den Menschen durch Kreuz und Auferstehung hindurch an! Nur so kann und wird echte Heiligung gelingen.
  • Wozu fragen und nicht warum! Das warum wird sich schlicht im Leben nicht immer ergründen lassen – auch wenn das quält. Wenn wir es könnten, stünden wir auf einer Höhe mit Gott. Diese Mélange aus gefallener Welt, universalem Kampf, Gottes Handeln, unserer Eigenverantwortung – das kriegen unsere begrenzten Köpfe nicht ergründet. Wie gut. Sonst wären wir wie Griffin in Men in Black 3. Nicht erstrebenswert. Aber alles hat Sinn, es dient zum Guten. Alles kann zum Stolper- oder zum Sprungstein werden… das gilt es in den Blick zu nehmen…
  • Ausharren und sich selbst und Gott wahrnehmen. Das ist Wüste. Bei sich sein. Bei Gott sein. Ausharren. Spannungen aushalten. Ganz schwer in einer Kultur der Sofortbefriedigung. Einer meiner großen Herausforderungen.
  • Den Blick auf die Motivation Gottes und das gute Ziel nicht verlieren… am Ende wartet immer eine Verheißung, ein gelobtes Land, größere Freiheit… Vom Ende her leben und motiviert sein. Von der Vergangenheit lernen und in ihr verwurzelt sein. In der Gegenwart leben. Achtsam. Auf den Punkt. Aber ohne Hoffnung – geht das nicht in schweren Zeiten.
  • Wüstenbegleiter haben, die die Wüste kennen und teilen. Menschen, die anscheinend dauernd siegreich leben und nie fallen und kämpfen – die taugen nicht zum Wüstenbegleiter. Nur wer die Wüste kennt, kann andere begleiten. Bleibe nicht allein in der Wüste – nutze die Schwarmintelligenz des Leibes Christi. Es reicht, wenn du die entscheidenden Wüstenlektionen alleine lernen musst…

Hiermit endet die Wüstenzeit… es bleibt unsere Entscheidung, ob wir uns sie Wüste bunt anmalen und behaupten, es wäre keine – ob wir lange in der Wüste bleiben – oder lernen und den Weg heraus finden. Gott segne dich dabei

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