Der nervige Hundehalter Gott. „Kommst du wohl! Sitz! Bei Fuß!“ Wuff!

Gestern auf den Felder von Bergrath. Eine Frau geht mit ihrem Labrador spazieren und während ich auf der Bank sitze (an der Schutzhütte), erlebe ich ein Drama an fehlender Autorität gegenüber dem Vierbeiner.

  • Akt 1: Ständig greift die Frau in die Tüte und schmeißt ein Leckerli circa 10 Meter weiter, damit der Hund weiter geht. Das klappt passabel. Doch irgendwann wird es zu langweilig auf dem Weg.
  • Akt 2: Verschwindet der Hund im Unterholz, pfeift sie schrill auf einer Hundepfeife – ohne Reaktion. Dann brüllt sie das Tier an („Mistvieh, ich glaub’s ja nicht!“). Dieses schaut ungerührt. Dann versucht sie es mit Säuseln. „Komm doch, schau mal, Leckerli! Bist doch ein Lieber!“. Hund schaut irritiert (kein Wunder – was denn jetzt: Brüllen oder Säuseln?). Dann brüllt sie und beschimpft ihn als elend und verkommen. Hund schaut betroffen und kommt angedackelt (sic!).
  • Akt 3: Der Hund wird wieder angeleint, damit er bei Fuß bleibt. Kurze Leine. Bei der leisesten Bewegung wird gezerrt und gebrüllt.

An dieser Stelle hätte jeder Hundetrainer seine helle Freude. Denn diese Frau ist ein wandelndes Lehrbuch für fehlende Autorität und Fehlerstudien in Hundehaltung. Aber ich spürte noch etwas ganz anderes…

Deutsch: Wasserarbeit, hier Teamschwimmen Hund...

Wie leicht sieht man Gott eigentlich als genau solch einen Hundehalter? Der am liebsten seine Menschen an der engen Leine hält (Gesetze und Gebote), damit sie nicht weglaufen. Der bei Freilauf Leckerli hinwirft: Segen, Erfolg, Wohlergehen, damit es dem Menschen gut geht und er bei der Stange bleibt. Und Mensch glaubt, dass es dann darum ginge im Glauben und solange die Leckerlis fliegen, ist der Glaube toll… Ein Gott, der wenn es doch nicht klappt, entweder lockt (ich liebe dich doch!) oder brüllt oder straft.

Ich glaube, dass dieses Gottesbild unterschwellig gar nicht so selten in den Herzen herum wabert. Nur: Ein solcher Gott hat auch keine Autorität. Gott ist anders. Gott sei dank.

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