Radioandacht für den WDR(5): Die Revolution: Bete an die Macht der Liebe!

love-229977_640Diese Texte sind Grundlage der Radioandachten, die ab Montag, dem 17.2. auf WDR 3-5 ausgestrahlt werden für die evangelische Kirche…

Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer. „Ich bete an die Macht der Liebe.“ Das könnte der Titel eines deutschen Songs oder Schlagers sein. Aber wer von Ihnen ab und an in der Kirche gewesen ist in seinem Leben, weiß vielleicht: Diese erste Liedzeile geht weiter und stammt von Gerhard Tersteegen. Der war ein evangelisch-pietistischer Mystiker vom Niederrhein. 1750 hat er diese Zeilen gedichtet: „Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart.“ Offenbart meint: die sich gezeigt hat, die aufgedeckt wurde. Dieses Liebeslied singt also nicht von dem romantischen Gefühl zwischen zwei Menschen, sondern – hier geht es um eine ganz bestimmte Liebe, eine ganz besondere, die sich in Jesus den Menschen gezeigt hat und offenbar eine große Macht besitzt. Bevor Sie nun denken: „Das wird eine Predigt über den lieben Herrn Jesus“, setze ich einen zweiten Satz daneben: Wer Gott anbetet, der beugt sich keiner anderen Macht mehr! Der ist frei! Auch unter Druck von Systemen, Menschen und Meinungen. Wie denn das? Und was hat Jesus damit zu tun?

Etwas oder jemanden anbeten heißt „sich vor etwas beugen“. Alle Menschen – und seien sie noch so atheistisch – beugen sich vor etwas. Dienen einer Aufgabe, z.B. der Karriere, der Familie, einem Ideal, dem Verdienst, den Hobbys, der Anerkennung oder einfach nur: sich selbst. Das ist auch ganz normal. Wir leben ja nicht im luftleeren Raum, sondern haben die Sehnsucht, FÜR etwas zu leben. Wem wir nun dienen, vor was wir uns beugen, das wiederum ist ganz entscheidend für unser alltägliches Leben. Ich erlebe in mir zum Beispiel die Tendenz, mich vor meinem Smartphone zu beugen. Es hat durchaus Suchtcharakter, dem ich entgegen steuern muss und das auch tue. Wenn ich mich draußen auf der Straße über den kleinen Bildschirm beuge, um eine Nachricht zu schreiben und dabei weiter gehe, dann beuge ich mich ganz schnell unfreiwillig – dem nächsten Laternenpfahl! Gar nicht gut und sehr schmerzhaft…

So augenzwinkernd dieses Beispiel beschrieben ist – es lässt sich übertragen auf andere Lebensfelder, in denen wir anbeten und uns beugen. Nehmen wir das leidige Thema Geld! Wer darum kreist, wie er durchkommt und sein Eigentum optimieren kann – der beugt sich auch ganz schnell vor Wirtschaftskrisen, vor der Erpressung dubioser Kreditunternehmen und dem „was man so haben muss“. Wer dem Geld dient, hat einen schlechten Dienstherrn und wird unfrei.
Ein anderes Beispiel: die liebe Familie. Familie ist etwas Großartiges und von Gott Gewolltes. Aber in der Familie aufzugehen, die Harmonie der Familie als Ziel zu sehen und nur noch der Familie zu dienen – das macht abhängig von einem ebenso schlechten Dienstherrn. Denn was geschieht, wenn Familienmitglieder andere Wege gehen, als ich sie mir vorgestellt habe? Wenn man sich trennen muss – kracht dann alles zusammen? Leicht ist das nie – aber wenn ich meinen Wert und mein Ziel ganz auf die Familie ausgerichtet habe, dann werde ich daran auch glücklich oder unglücklich. Ein Fähnchen im Wind der Familie.

Was beten Sie an? Die Bibel sagt deutlich: Gott anzubeten ist heilsam. Seine Liebe lässt die kalten Mächte, die uns einengen, hinweg schmelzen. Jesus Christus lebte als Sohn Gottes diese Liebe. Seine Liebe zeigt, wie Gott ist. Jesus sagte einmal: Folgt mir nach. Ich nenne euch nicht mehr Diener – sondern Freunde. Freunde Gottes beten Gott an und wissen sich von ihm geliebt. Sie werden nicht eingeengt, sondern befreit. Es lohnt sich, sein Leben einmal auf ungesunde Anbetungen zu untersuchen, sie loszulassen und stattdessen Gott selbst anzubeten. Etwas Größeres und Liebevolleres gibt es nicht. Und so kann dann alles andere, was kleiner ist als Gott – also alles – seine Macht verlieren. Stück für Stück. Dass Sie diese Liebe spüren, das wünscht Ihnen Pastor Christof Lenzen aus Eschweiler.

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