Gott fotografiert mich! (Radioandacht für Radio Salü)

thunderstorm-63205_640Was für ein heftiges Gewitter! Blitz und Donner wechseln sich ab und der Regen prasselt mit Getöse auf das Vordach des kleinen Reihenhauses. Die Eltern denken an ihre kleine, vierjährige Tochter und machen sich Gedanken, ob diese vielleicht in Panik geraten könne. Der Vater schleicht sich rauf ins Kinderzimmer und öffnet die Tür einen kleinen Spalt und lugt hinein. Im Bett: Niemand! Da reißt er die Tür auf und sieht zu seinem Erstaunen ein denkbar gut gelauntes Mädchen vor dem offenen Fenster posieren wie ein Model. Draußen zucken die Blitze und der Donner kracht nur so. „Was bitte machst du da?“ fragt der Vater entsetzt. Und die Kleine erwidert strahlend: „Ich glaube, Gott versucht gerade ein Foto von mir zu machen! Mit Blitzlicht!“

Diese Geschichte, die Tony Campolo von einem Freund erzählt, hat mich tief bewegt. Wie selbstverständlich weiß dieses kleine Mädchen etwas von seinem unschätzbaren Wert! Dass sie in den Augen Gottes etwas ganz Besonderes ist. Im Alten Testament spricht Gott den Menschen zu, dass er sie bereits im Mutterleib gekannt und gewollt hat. Keiner ist ein Zufallsprodukt. Keiner darf aufgrund von Aussehen, Behinderung oder Geschlecht abgewertet werden. Denn jeder Mensch ist ein Einzelstück und von Gott gleich liebevoll angesehen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Mensch ein Geschöpf ist, das in eine strauchelnde und seufzende Welt hineingeboren wird und sich Gott bewusst zuwenden muss, um Frieden mitten in diesem Chaos zu finden. Ja, wir werden verwundet, wir verwunden andere, wir werden von dieser Welt gebeugt, manchmal leider auch gebrochen. Vielleicht ist die Nase zu lang und das Ideal weit entfernt. Wir dürfen von Gott her in den Spiegel schauen und die Worte aus Psalm 139 nachbeten und uns ins Gesicht sprechen: „Herr, ich danke dir, dass ich so wunderbar gemacht bin.“. Was für eine befreiende Botschaft!

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