Rasenmäherweisheiten gegen das Ausbrennen! (Entwurf Radioandacht WDR)

rush-361452_640Guten Morgen liebe Hörerinnen und Hörer! Auch wenn heute Sonntag ist und somit Ruhe gesetzlich verordnet ist, reden wir mal übers Rasenmähen! Ich erzähle Ihnen mal ganz persönlich, wie einer dieser ganz modernen und von Natur aus eher weniger intelligenten Mähroboter mich etwas sehr Wichtiges gelehrt hat. Klingt seltsam? Ist es auch. Doch der Reihe nach.

Dieses Rasenmähen ist mir in den letzten Jahren richtig verleidet worden. Unser Rasen ist in einem Neubaugebiet und gleicht eher einen Wildblumenwiese, besser Wildunkrautwiese inklusive Disteln, Löwenzahn und diversen wuchernden Bodendeckern. Da macht Rasenmähen keinen Spaß. Zumal eine Katze aus dem Viertel unseren Garten zum Katzenklo erkoren hat und ich dadurch gerne mal über stinkenden Tretminen fahre und diese mit zerschreddere. Bah! Keine wahre Freude. Wie kann man sich diese Arbeit erleichtern?

Da gibt es seit einiger Zeit: Mähroboter. Diese fahren selbstständig andauernd über den Rasen und mähen ihn ganz automatisch. Haben Sie so einen schon mal bei der Arbeit gesehen? Ich letztens schon und das sieht erst mal ziemlich albern aus. Denn diese Mähroboter fahren nach dem Zufallsprinzip einfach dauernd kreuz und quer über den Rasen und mähen. Wie von Geisterhand geführt. Ganz ernst nehmen kann man sie dann doch nicht, aber mich hat das dann doch fasziniert! Woher wissen die, wie sie fahren müssen bzw. wie weit sie fahren sie müssen? Warum rumpeln die nicht dauernd in irgendwelche Beete? Also mal kundig machen!

Bevor das Maschinchen sich in Bewegung setzen kann, muss man eine sogenannte Induktionsschleife verlegen, die den äußeren Rand des zu mähenden Gebietes markiert. Das ist ein dünner Draht, durch den ein schwacher Strom fließt. Der Mähroboter merkt dann: Hier ist eine Grenze, nicht weiter fahren, sondern umdrehen. Und das macht er dann auch. Innerhalb dieser gegebenen Grenzen ist dem Ding eine große Freiheit gegeben! Nicht übel das System. Aber wie kriegt es Energie? Nun – es fährt tapfer kreuz und quer über den Rasen und macht seinen Job, ziemlich chaotisch und dennoch auf Dauer eben überall. Sowie der Akku leer ist, passiert etwas Nettes. Der Mähroboter zockelt zurück zu seiner Ladestation und lädt sich auf und sowie er wieder Kraft hat, geht der Spaß von Neuem los. Das ist das ganze Geheimnis. Dadurch dass der Mähroboter dauernd arbeitet, ist die Arbeit von dem Kleinen gut zu leisten. Halt dauernd einen halben Zentimeter mähen statt einmal die Woche 4 Zentimeter.

Da stand ich nun im Nachbargarten und schaute mir dieses Ding an. Gut – das Geld reicht dafür nicht, aber das Prinzip war genial und geradezu vorbildlich. Gerade für gestresste Menschen. (1) Lieber gleichmäßig arbeiten und dafür leicht, als Arbeit anhäufen lassen und dann ab und an einen Riesenberg beseitigen. (2) Unser Leben braucht gesunde Grenzen, die uns sagen, wo wir drohen in ein Beet fahren und nicht weiter kommen. Gott markiert gesunde Grenzen aus Liebe zu uns. Ein freier Tag pro Woche, Muße zwischendurch, Gemeinschaft von Christen, die aufbaut, Ernährung, die frei ist von ungesunden Abhängigkeiten und vieles mehr. Gottes Grenzen wollen uns nicht knechten, sondern unser Leben aufbauen. (3) Die Ladestation. Und da bin ich nachdenklich geworden. Pause ist ja gut, aber lade ich auf? Das kann Schlaf und gute Nahrung sein, Menschen, die mir wohl tun – aber meine Seele braucht Gott. Ansonsten entsteht ein Vakuum, das sich gerne falsch füllt. Wenn mein Glaube keine Kraft schenkt, tröstet, aufbaut, ermutigt – dann wird es Zeit, diesem Aspekt Aufmerksamkeit zu schenken.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag, eine offene Ladestation und wohltuende Grenzen. Ihr Pastor Christof Lenzen aus Eschweiler.

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