Glücklich die geistlich Armen – der paradoxe Weg zur Fülle!

Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel. (Matthäus 5,3; ELB)

Ich saß bei meinem Seelsorger und jammerte herum: „Ach, wenn mir diese Einsicht doch ins Herz rutschen würde! Sie ist eine reine Kopfsache!“ Darauf meinte er: „Ja, wenn es denn ins Herz rutschen könnte – aber das ist voll!“

keys-452889_640Ertappt. Es gibt den Segen der geistlichen Armut, der paradoxerweise zum Erleben der geistlichen Fülle führt. Aber sowie man diese Fülle wieder selbst für sich in Anspruch nimmt, daraus ein Programm macht, eine eigene Leistung, verschwindet dieses ungewöhnliche Prinzip. Wenn ich geistlich arm bin, öffne ich aber meine Hände, bin zutiefst bedürftig. Erwarte nichts von mir, sondern alles von Jesus. Diese innere Haltung ändert nichts an meiner wunderbaren neuen Identität als Königskind und Erbe. Es geht bei Matthäus 5,3 nicht um das Heil und ums Sein – sondern um das Leben und mitherrschen im Königreich Gottes! Zu viele Christen beginnen in der Gnade – und laufen dann aus eigener Kraft weiter.

Aber auch der Weg in den Fußstapfen Jesu ist reine Gnade. Woher kommt die Kraft? Von Gott. Wie entsteht mein Gehorsam? Nur wenn ich aus dem Gehorsam Christi heraus lebe, der alles vollbracht hat. Wo kommt echte, tiefe Freude im Leid her? Aus Christus, der durch den Heiligen Geist in meinem Geist wohnt. Es bleibt: Gnade. Meine Aufgabe ist: Loslassen und mich immer neu in diese Ruhe bei Gott (Hebräer 4,1-11) hinein begeben und Kraft, Gnade, Freude und vieles mehr zu empfangen. Meine Aufgabe ist: Die eigene Bedürftigkeit anerkennen, alles von Jesus erwarten und dann aus dieser empfangenen Vollmacht kraftvoll leben. Paradox? Gewiss. Aber wo kämen wir dahin, wenn Gottes Weg in unser Hirn passte? Nirgendwo. Auf diesem neuen Weg aber wartet Glückseligkeit.

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