Finja, hier! Komm her! – Von unzuverlässiger Kommunikation und Gottes Klarheit. (Entwurf Radioandacht WDR 2015)

„Finja, hier! Finja, kommst du?! Finja, mitkommen! Finja, wirst du wohl bei Fuß kommen!? Kommst du wohl her? Mistvieh!“

Nein – so haben wir es nicht gemacht bei unserem jungen Hund. Finja bereichert unsere Familie seit Frühsommer des letzten Jahres und eins haben wir ganz schnell gelernt: Sie ist durchaus intelligent! Hunde können ja im optimalen Fall mehrere hundert Wörter unterscheiden. Manchmal denke ich, dass Hunde damit so manchem Menschen durchaus voraus sind! Scherz beiseite – ich finde das eine beachtliche Leistung! Schnell wird ein Wort im Hundehirn verknüpft mit einer konkreten Tat und das Ganze geht umso leichter, je spielerischer dies erlernt wird. Gut – zugegeben, ein paar Leckerchen beschleunigen den Lernprozess erheblich! Beim Menschen ja auch. Aber es bleibt dabei: Hunde unterscheiden Wörter und wissen, was dann zu tun oder wie zu reagieren ist.

FinjaEins geht jedoch gar nicht: Wenn Herrchen oder Frauchen ein und dieselbe Handlung mit verschiedenen Worten verknüpfen! Erwünschte Tat: Hund soll herkommen! Soweit so gut. Die Aufforderung dagegen schwankt: HIER! Kommst du! Mitkommen! Wirst du wohl! Die Ansprache wandelt sich währenddessen von Finja zu Mistvieh! Sehr verwirrend für einen Vierbeiner und so manches Mal, wenn ich das bei anderen Hunden miterlebe, meine ich eine große Sprechblase über dem Hundekopf wahrnehmen zu können mit einem ebenso großen Fragezeichen drin.

Die Regel beim Hund lautet also: Eine Tag – ein Wort (oder Satz) – eine Ansprache. Hilfreich das zu wissen. Mir ist dabei irgendwann aufgefallen, dass es bei Menschen eigentlich nicht anders ist. Oder besser gesagt: dass es Menschen auch gut tut, wenn sie so leben können in den wichtigen Zusammenhängen des Lebens. Stellen Sie sich einmal vor, mit einem Menschen auskommen zu müssen, der extrem sprunghaft ist! Der zu seinem Wort nicht steht – wie wir ja schon so treffend sagen – sondern Wort- und Sinnverwirrung betreibt. Nie weiß man, wie er oder sie in einer konkreten Situation handelt. Ich bin um 15 Uhr da. Mal ist die Person das – mal kommt sie eine halbe Stunde zu spät. Das ist noch ein harmloses, wenn auch nerviges Beispiel. Aber was ist, wenn ein Mensch zu mir sagt: Ich bin dein Freund, deine Freundin und dann gilt das mal und ein anderes Mal werde ich fallen gelassen oder verleugnet. Da wird aus dem Ja ein vielleicht oder gar ein nein. Nein, den kenne ich nicht. In engen Beziehungen kann ein sprunghaftes und wenig zuverlässiges Verhalten zu beträchtlichen Schieflagen führen und tiefe Wunden reißen.

Jesus hat das am eigene Leibe erlebt. „Ich stehe immer zu dir, da kann kommen was mag!“ – so sagt es Petrus. Nur kurze Zeit später: „Den kenne ich nicht“. Jesus schaut Petrus wortlos voller Schmerz an. Der Hebräerbrief wird später nicht umsonst sagen, dass Jesus in allem mit uns mitleiden kann. Er weiß, was verleugnet werden und Unzuverlässigkeit bedeutet, wie sehr uns schwankender Beziehungsboden verunsichert. Und dieser Jesus selbst schreibt uns ja ins Stammbuch, dass wir Ja und Nein reden und klar und eindeutig sein sollen. Kein Rumgeeiere. Das verlangt allerdings auch Mut und gesunde Grenzen. Die Unklarheit, das Schwanken hat ja meist seinen Grund, entspringt in seiner verletzenden Wucht oft einer selbst erlebten Unsicherheit, einer erlittenen Verletzung…

Hier kommt Gott heilsam ins Spiel. Er steht zu seinem Wort. Sein ultimatives Wort an die Menschheit ist eine Person. Jesus Christus. Von dem heißt es: Wer ihn sieht, sieht den Vater. Wenn dir also jemand etwas von Gott oder in Gottes Namen verkaufen will, dass Jesus Wesen und Leben widerspricht, so ist es nicht Gott. Kurz gesagt: Gott ist wie Jesus. Wie wohltuend. Ein für allemal. Gott ist verlässlich.

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