Freut euch zu jeder Zeit und immerzu!

Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch! (Philipper 4,4; ELB)

Es gibt so Tage, da bekomme ich genug Schlaf und wache erholt auf und bin trotzdem nicht fröhlich. Dunkle Träume haben meine Seele in eine zähe Nebelschicht gehüllt. Erst im Laufe des Vormittags komme ich an solchen Tage auf normal Null. Dann gibt es andere Tage, an denen ich mich aus unerfindlichen Gründen trotz allem freue. Seltsam…

Es gibt zwei Sichten auf die Freude. Die einen sagen: „Freude kannst du nicht machen! Sie kommt von innen nach außen. Du fühlst, was du fühlst. Bleib authentisch!“ Hier bleibt Freude eine unverfügbare Größe, losgelöst von mir. Ich finde: Hier bekommen Gefühle zu viel Macht! Als wenn sie über allem stünden und wir losgelöst seien von aller Verantwortung.

joy-265727_640Dann gibt es die anderen, die sagen: „Du musst nur glauben und beschließen, dass du jetzt fröhlich bist! Es ist ein Befehl Gottes. Mach es!“ Das Problem dabei: Hier werden die dunklen Seiten des Lebens nicht mehr ernst genommen und der Wille den Gefühlen absolut übergeordnet. Du musst nur wollen und in Anspruch nehmen – dann freust du dich. Ich fürchte bei einer solchen Haltung um eine seelische Vergiftung durch Ausblendung von Realität…

Letztlich sind Gefühle und Wille dem Bereich der Seele zugeordnet. Die Freude im(!) Herrn dagegen entsteht wie von selbst im Geist. Sie ist Nebenprodukt. Wenn wir uns der Sonne hinhalten, wärmt sie. So einfach. Das ist nicht machbar – aber das Hinhalten ist machbar. Die kleine Bewegung raus aus dem seelischen Bereich – hinein in die bereits vorhandene Gegenwart Gottes (wir sind ja IM Herrn), der alles Wollen, Fühlen und Denken übersteigt. Ich wette: Eine solche Freude wird auch die Seele erfassen…

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