Das Karies des Glaubens – und das Amalgam des Gesetzes

Wenn ihr versucht, mit Hilfe des Gesetzes vor Gott gerecht dazustehen, habt ihr euch aus der Verbindung mit Christus gelöst und habt den Weg der Gnade verlassen. (Galater 5,4; NGÜ)

Gestern begann meine Amalgam-Sanierung. Das bedeutet: Haufenweise alte Zahnfüllungen aus dem umstrittenen Amalgam werden entfernt und endlich durch verträgliche Füllungen aus Keramik ersetzt. Dabei schluckte die Zahnärztin bei einem Zahn besonders – das Amalgam sei quasi schon an der Wurzel, das sei gar nicht gut! Denn durch die Wurzel besteht eben nicht nur über den Speichel Verbindung zum Körper, sondern auch direkt. Gut, dem Problem an die Wurzel zu gehen!

zahnWas geschieht, wenn unser Glaube Karies hat? Wenn sich Charakterzüge nicht ändern, immer wieder dieselbe Sünde auftaucht? Zweifel hoch ploppen und alles eintrüben? Es ist die uralte Versuchung des Menschen, solche Löcher mit dem Amalgam des Gesetzes zu behandeln. Das Gesetz wirkt robust und bewährt. Stabil, klar und eindeutig. Zumal es dem eigenen Ego durchaus gut tut, wenn man es selbst wieder mehr im Griff haben kann, voran zu kommen im Glauben und Leben. Tu das und es geht dir besser. Lass jenes und du gefällst Gott und wirst gesegnet. Das streichelt dem Ego. Es wird wieder deutlich kontrollierbarer, ob man Gott gefällt oder nicht.

Dabei sind positive Verhaltensweisen ja nicht schlecht – im Gegenteil. Genauso wenig ist es erstrebenswert, destruktive Verhaltensweisen, die gegen Gottes Willen sind, einfach zu dulden. Doch sowie diese Pläne dazu dienen, etwas bei Gott und sich selbst zu erreichen, manipulieren wir Gott und fallen aus der Gnade. Wir benutzen das Amalgam des Gesetzes. Dabei will Gott die Füllung der Gnade schenken. Immer mehr. Die Entscheidung Gesetz oder Gnade fällen wir – jeden Tag neu.

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