Nicht um Wachstum kämpfen – bessere Wachstumsbedingungen schaffen!

Sie sind wie Bäume, die am Wasser stehen und ihre Wurzeln zum Bach hin ausstrecken. Sie fürchten nicht die glühende Hitze; ihr Laub bleibt grün und frisch. Selbst wenn der Regen ausbleibt, leiden sie keine Not. Nie hören sie auf, Frucht zu tragen. (Jeremia 17,8; GN)

Ich streife durch die Gassen von Palma und biege um eine Ecke und stehe – vor einem riesigen Ficus. Ficus – das kennen Studenten vielleicht noch aus ihrer Studentenbude – sind die vielleicht einen Meter hohen Bäumchen, die es auch mal aushalten, wenn sie eine Woche kein Wasser bekommen. Was häufig passiert. Die kleinen Blätter verstauben langsam und seien wir ehrlich: Irgendwann wandert er als verzweifeltes Gestrüpp in den Kompost. Nicht ohne schlechtes Gewissen, wieder einen Ficus auf dem Gewissen zu haben.

ficusDa stehe ich also vor einem Ficus. Stammumfang getrost 10 Meter. Über 100 Jahre alt. Er wird in Palma Ficus de La Misericordia genannt, Ficus der Barmherzigkeit. Eine beeindruckende, riesige Krone spendet über mehr als 20 Meter bestimmt Schatten. Ich stutze. Sehe im Geiste meine Studentenbude als Grabkammer des Ficus benjamini und dann diesen Ficus. Was für ein Unterschied! Aber warum? Eine andere Art dieser Gattung – sicherlich. Aber vor allem: andere Wachstumsbedingungen. Mehr Licht, Wärme, Luft. Wie so oft im Süden – was hier vor sich hinkümmert, erreicht dort geradezu gigantische Ausmaße.

Übertragen auf mich? Nun – mein Glaube hat denselben Grund wie bei jedem anderen Christen: Jesus Christus. Unsere Aufgabe, und das macht den Unterschied, ist es, für gute Wachstumsbedingungen des Glaubens zu sorgen, damit er gedeihen kann! Gemeinschaft, Mut zum Denken und Fragen, Gebet, Stille, Glauben unter Alltagsbedingungen – all das und viel mehr lässt: wachsen. Und nicht vor sich hin kümmern.

Advertisements