Ertragt einander in Liebe – das fängt bei dir an! Mit deinen Dunkelheiten in dir…

Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend! (Epheser 4,1b.2)

An Reibungen entsteht Wachstum – wenn man es zulässt! Denn es gibt auch Alternativen. Rückzug zum Beispiel. Das Ideal eines stressfreien und harmonischen Lebens pflegen. Kritik, Konflikt? Dann gehe ich lieber. Natürlich gibt es Grenzen – wenn Menschen permanent Grenzen überschreiten, dann kann es auch dran sein, sich klar abzugrenzen. Mein Eindruck ist: Das geschieht heute sehr schnell. Da ist wenig Kraft und Wille, Dinge zu klären. Ich beobachte gerade in kraftlosen Phasen diese Fluchttendenz auch bei mir.

matchSich in Demut und Langmut, in Liebe ertragen, das klingt nicht gerade nach einem Selbstverwirklichungsmodell. Und deswegen ist es wohl auch nicht gerade „in“, was Paulus hier schreibt. Gerade deswegen aber umso wichtiger – weil sich ja dieser Unwille zum Annehmen und Ertragen in Langmut und Liebe IN uns wieder findet! Ich behaupte: Hier beginnt er bei den meisten! Meine dunklen Seiten, die trotz meines christlichen Weges, der Gnade Gottes immer noch in mir schlummern, die nicht abzuspalten (das bin ich nicht, darüber denke ich nicht nach), sondern in Demut anzunehmen und zu tragen – in Liebe. Weil Christus mich trotzdem berufen hat und mich mit Gnade überhäuft – das ist ein wichtiger Reifeschritt des Glaubens. Wenn ich mich dem verweigere, dann werde ich unweigerlich meine dunklen Seiten, die mich nerven, auf andere projizieren und da die anderen ja so schrecklich sind, mich irgendwann zurückziehen oder bitter werden.

Ertrage deinen Ist-Zustand. In Liebe und Demut und halte dich der Gnade Gottes hin. Das hilft auch beim zweiten: Den Nächsten zu ertragen und dran zu bleiben an den Reibungen von Gemeinschaft.

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