Am Buffet vorbei, um im Acker zu buddeln oder: Der Geist der Liebe wartet auf dich.

Brüder und Schwestern, im Namen unseres Herrn Jesus Christus und bei der Liebe, die der Heilige Geist schenkt, bitte ich euch inständig: Betet für mich zu Gott! (Römer 15,30; GN)

Das wäre wohl der Traum jeder unerwiderten Liebe! Wenn es möglich wäre, die liebevollen Gefühle, die man hegt und die so schmerzhaft unerwidert bleiben, in den anderen heimlich einzupflanzen, um bei diesem Menschen auch Liebe zu erzeugen. Recht betrachtet wäre dieser Traum aber natürlich der Horror. Denn wenn es so etwas gäbe, wäre Liebe nicht mehr frei und freiwillig, sondern zwangsläufig und somit keine echte Liebe mehr.

taubeBei der Liebe Gottes zu uns und unserer daraus entstehenden Liebe zu ihm und der Glaubenden untereinander ist das anders. Weil diese Liebe so unfassbar ist und unsere normale Liebesensorik versagen muss (weil diese Liebe am tiefsten Punkt unseres Seins wurzelt, dem Geist, und nicht primär in Gefühlen oder Gedanken), deswegen geht Gott genau diesen Weg. Er schenkt seinen Heiligen Geist und nimmt Wohnung in unserem Geist. Von daher sollen wir nun leben, lieben, heilen. Der Heilige Geist ist der Geist der Liebe und er erzeugt in uns Liebe (Gal 5,22)! Es wäre also schlicht dumm, sich diesem Geist bei der Frage nach der Liebe nicht auszusetzen, ja ihn zu ignorieren. Er ist die Quelle und verbindet uns direkt mit dem Liebestank Gottes. Der Heilige Geist ist ja nichts anderes als Christus in uns!

Doch eines gilt auch: Der Geist ist zart. Er drängt sich nicht auf. Wir haben weiterhin die Möglichkeit, ihn zu ignorieren und zu versuchen, uns die Liebe aus den eigenen Rippen zu schneiden. Damit ähnelt man zwar einem Menschen, der an einem reich gedeckten Buffet vorbei geht, um auf einem Herbstacker nach verbliebenen Resten zu buddeln – aber: Gott akzeptiert diese Entscheidung. Ein erster Schritt in die Liebe Gottes hinein wäre es also, einen bewussten Schritt von sich selbst wegzugehen und auf den Geist zuzugehen. Sich IHM bewusst auszuliefern und die eigene Unfähigkeit zur Liebe einzugestehen.

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