Kintsugi – oder wie unsere Risse im Leben vergoldet werden…

Wir allerdings sind für diesen kostbaren Schatz, der uns anvertraut ist, nur wie zerbrechliche Gefäße, denn es soll deutlich werden, dass die alles überragende Kraft, die in unserem Leben wirksam ist, Gottes Kraft ist und nicht aus uns selbst kommt. (2. Korinther 4,7)

Kintsugi. Muss man nicht kennen. Hilft aber. Fasziniert. Kintsugi ist eine japanische Reparaturtechnik für Keramik. Eine Teeschale zerbricht. Was macht man damit? Schließlich hängt vielleicht persönliche Geschichte daran? Ein Künstler, der sich viel Mühe gegeben hat? Eine solche Schale hat nach langem Gebrauch „Seele“ bekommen. Kintsugi repariert das Keramikobjekt, indem es die Scherben zusammenklebt mit Urushi-Lack bzw. Knetmasse für fehlende Teile. In diesen Lack bzw. in die Knetmasse wird Goldpulver gemischt – so dass die Risse in der Schale nachher nicht mehr stören, sondern Teil vom Ganzen werden, sogar betont und „wichtig“ werden.

kintsugiIch finde das einen sehr achtsamen und geradezu rebellischen Umgang mit Konsumgütern. Nicht wegwerfen, neu kaufen, sondern gerade den Zerbruch nutzen und zum Thema machen. Hinterher sieht eine solche Schale schöner aus als vorher, hat an Charakter gewonnen.

Ich stoße an meine Risse. Und an das Bild vom starken, makellosen, leistungsfähigen Menschen in unserer Leistungsgesellschaft. Ich spüre meine Risse jeden Tag. Wenn ich vor einem Konfliktgespräch Magenschmerzen bekomme – anstatt cool und überlegen zu sein. Ich verurteile mich für die Magenschmerzen. Gott sagt: „Nein! Hör auf damit. Sie haben ihre Gründe und du heilst nicht durch Ablehnung, sondern indem ich diese Risse adele und nutze für meine Stärke, für göttliches Gold“

Steh zu dir. Lass IHN stark sein in dir. Es ist in Ordnung. Und du wirst wie nebenbei erleben, dass du dich veränderst und schöner wirst.

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