Eilig ins Nirgendwo – das Leben als langer führerloser Zug

Aber nun bleibe ich für immer bei dir, und du hast mich bei meiner rechten Hand gefasst. Du leitest mich nach deinem weisen Plan und nimmst mich am Ende in Ehren auf. (Psalm 73,23.24; NGÜ)

Stell dir vor, du sitzt in einem Zug und der beginnt plötzlich rückwärts zu rollen. Immer schneller. Am Anfang wunderst du dich vielleicht, warum der wieder zurück fährst – aber vielleicht wollen sie ja rangieren. Aber der Zug wird schneller, Weichen werden unsanft durchfahren, es rumpelt und quietscht an allen Ecken. Draußen springen Leute aufgeregt umher, Autos machen Vollbremsungen an offenen Schranken. Da läuft doch irgend etwas schief! Du gehst nach vorne, um nach dem rechten zu schauen und stellst fest: Der Führerstand ist leer! Kein Lokführer! Kalte Panik in den Augen. Schreien…

trainPassiert ist das vor wenigen Tagen in Bangladesch. 27 Kilometer und eine halbe Stunde dauerte die Irrfahrt. „Mach doch schon mal den Motor an“ meinte der Lokführer zu seinem Gehilfen – und dann stiegen sie noch mal aus auf den Bahnsteig. Beide sind entlassen worden, zurecht! Eine Horrorgeschichte.

Gleichzeitig eine Symbolgeschichte für ein führerloses Leben. Da ist erst einmal alles richtig: Das Leben fährt – es steht nicht still! Gut. Es ist Bewegung drin! Aber um es geht ganz eilig ins Nirgendwo! Würde man von diesem Leben eine Momentaufnahme machen: Alles sähe vollkommen richtig aus! Doch wie brutal ist die Täuschung! Weil der Führer fehlt. Ich kann das nicht. Ich bin zwar Fachmann für mein Leben – aber nicht für mein Leben in 20 Jahren. Und nicht für mein Leben über die sichtbare Welt hinaus. Dafür brauche ich die Vaterhand an meiner Hand und den Heiligen Geist, der genau in diese Dimensionen führt. Für eine wirklich gute Fahrt!

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