Wenn der Fisch sich vom Wasser entfremdet oder: Du lebst und atmest IN Gott!

Denn in ihm leben wir und bewegen uns und sind wir… (Apostelgeschichte 17,28a; ELB)

„Alles ist nur in Gott, was es ist“ – so hat es ein unbekannter christlicher Lehrer unter dem Pseudonym Dionysius vermutlich im 6. Jahrhundert formuliert. Ein faszinierender Satz. Martin Buber, der jüdische Religionsphilosoph hat später deutlich gemacht, dass das Ich am Du, am Gegenüber, zum Ich wird. Wenn schon Menschen uns reiben, formen, prägen – wie viel mehr Gott? Kann es sein, dass wir nur in IHM das werden, was wir ursprünglich als genialer Gedanke Gottes sein sollten? Was in uns angelegt ist, bevor es verkrümmt, verwundet, durch eigene und fremde Sünde beschädigt wurde?

fischiPaulus bestätigt diese Sichtweise gegenüber den Athenern, denen er ganz nachdenklich und philosophisch kommt. Aus gutem Grund, der auch mir heute gut tut! Die Athener wussten nichts von Jahwe, geschweige denn von Jesus. Also beginnt Paulus bei einer Lebenserfahrung, die allen gemeinsam ist, die „irgendwie“ glauben, auch wenn es tote Götter sind. Aber wer glaubt, der weiß zumindest, dass dieser „Gott“, dieses universale Prinzip, alles zusammen hält, dass er macht, dass wir atmen, schlafen, aufwachen, leben. Ohne IHN ist nichts.

Was soll ich als Christ damit anfangen? Nun – ich neige dazu, Gott zu distanzieren. Das heißt, ich betrachte ihn als von mir getrennt und außerhalb von mir. Wenn ich ihn wenig erlebe, wird die Distanz größer. Aber das ist so, als wenn ein Fisch sich vom Wasser entfremdet und sagt: „Ich spür so wenig vom Wasser!“ – Kein Wunder, ist es doch immer da und es gibt keine Kontrasterfahrung. Ich brauche den Hinweis: Du lebst in ihm, du bewegst dich in ihm, du bist in ihm. Und er in dir. Näher gehts nicht. Egal, wie du dich fühlst. Staunenswert!

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