Du bist ein Stäubling – oder: Von der Wohltat, von der Erde genommen zu sein.

Der erste Adam war aus dem Staub der Erde gemacht; der zweite Adam hat seinen Ursprung im Himmel. (1. Korinther 15:47 NGÜ).

imageAdam heißt schlicht Mensch. Aber es heißt noch mehr. Das Hebräische adamah bedeutet: Erde, Staub. Das heißt der Mensch ist ein Erdling, ein Staubling. Erst durch den Lebensatem Gottes bekommt er Lebenskraft und so steht über ihm am Abschluß seines Schöpfungstages das: Sehr gut! Wir sind unendlich geliebter Staub. Darüber nachzudenken ist alles andere als Selbstzerfleischung – es ist Realismus und Befreiung! Als Eva schwanger wird und einen Sohn gebiert, ruft sie aus: Ich habe einen Mann geboren mit der Hilfe des Herrn. Da ist die tiefe Abhängigkeit von Gott noch deutlich zu spüren. Wer darum weiß, dass er oder sie unendlich geliebter Staub ist – der bleibt in einer tiefen und existentiellen Abhängigkeit von Gott. Für Staub ist Gebet nicht geistliche – seien wir ehrlich: manchmal langweilige – Übung, sondern tagtäglicher und ständiger Ausdruck der Bedürftigkeit.

Dabei geht es beim bewussten Stäubling-Sein nicht darum, sich selbst klein und demütig zu machen und in den Staub zu drücken. Da sind wir längst – das müssen wir nicht tun! Es geht vielmehr darum, zu begreifen und es zu bestaunen, dass wir trotz Stäubling-Seins eine solch große Würde bekommen haben. Dass wir so wertvoll in Gottes Augen sind! Wer das sacken lässt, der WILL einfach beten. Aus existentieller Bedürftigkeit und staunender Anbetung. Mit Jesus Christus steigt diese Wertschätzung ins Unermessliche. ER selbst gibt sich, damit wir ewig leben dürfen. Zum Lebensatem kommt der Geist selbst. Wir werden zu Tempeln. Staubigen Tempeln. Es lohnt sich, den Staub zu bedenken. Still zu werden und zu staunen. Es macht frei, loszulassen und sich ganz hinzugeben.

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