Schaf sein – nicht schaffen wollen. Wie Gott Rechtschreibfehler nutzt…

„Der Herr ist mein Hirte, darum leide ich keinen Mangel.“ (Psalm 23,1; NGÜ)

Manchmal führen mich Schreibfehler auf die richtige Spur. Gott hat Humor und ich sehe ihn in solchen Momenten vor mir, wie er mich genau einmal falsch tippen lässt oder die Rechtschreibprüfung meines iPads seltsame Dinge tun lässt. Dann sitze ich da und fasse es nicht. Und Er lächelt liebevoll amüsiert vor sich hin. So auch diesmal.

imageIch sitze hier ziemlich erschöpft in schwerer Zeit – und schreibe die Worte: Ich schaffe das irgendwie. Doch etwas läuft schief – denn da steht plötzlich: Ich schafe das irgendwie. Ich habe in diesem Moment gerade vermutlich genauso auf mein iPad geschaut: wie ein Schaf. Doch dann stimmte ich in das Lächeln Gottes ein. Ich darf Schaf sein – dann schaffe ich es. Will ich Hirte meines Lebens sein, verleugne ich meine Geschöpflichkeit. Wie paradox ist das: Wenn uns das Leben entgleitet, versuchen wir krampfhaft Kontrolle zu erlangen. Und gleiten damit noch ein Stück weg vom Geschöpf hin zum Schöpferseinwollen und vom Schaf zum Hirten. Wir greifen zur Selbsthilfe und landen in der Autonomie, anstatt zu Gottes Hilfe zu greifen und sich in die heilsame Abhängigkeit von ihm fallen zu lassen. So betrachtet werden schwere Zeiten zu Lehrzeiten, wo wir uns immer noch als Macher unseres Leben empfinden – anstatt das zu sein, was wir existentiell sind: unendlich geliebter Staub.

Der Schwerkraft hin zur Kontrolle, zum Funktionieren, zur Selbsthilfe zu widerstehen – sich stattdessen als Schaf in die Obhut des Hirten zu begeben und wieder zu erleben: In der tiefsten Abhängigkeit von Gott findet sich die größte Freiheit, Kreativität, Freude und Kraft. Schau auf diese Gaben – und du verlierst sie. Schau auf den Hirten – und du empfängst sie.

Advertisements