Gedanken aus der Stille: Wie Gott dicke Menschen aus dem Aufzug holt…

Wenn ich rufe, antworte mir, Gott meiner Gerechtigkeit! In Bedrängnis hast du mir Raum gemacht; sei mir gnädig und höre mein Gebet! (Psalm 4,2; ELB)

Ich bin in einem alten, muffigen Kleinstaufzug aus den 50er Jahren. Er rumpelt die Etagen nach oben in dem Ärztehaus. Hektisch schaue ich nach dem TÜV-Siegel. Ist diese Kiste in den letzten Jahren mal gecheckt worden. Puh… alles ok. Plötzlich ein Halt. Ein sehr beleibtes älteres Pärchen steigt ein und ich – auch kein Hänfling – drücke mich in die hintere linke Ecke. Enge schnürt mich ein – nicht nur räumlich. Eine eklige Situation der Bedrängnis verbunden mit Muff und Körpergeruch. Puh!

aufzugUnser Seelenraum ist nicht anders geschaffen. Wenn Dinge in ihm immer größeren Raum einnehmen, dann müssen andere schrumpfen und kleiner werden. Der Raum ist begrenzt. Gestatte ich es meinen Sorgen, dem Beruf, einem grenzverletzenden Menschen, negativen Gedanken mehr und mehr Raum einzunehmen, dann wird der restliche Anteil meiner Seele schrumpfen. Die Summe aller Raumnehmer ist konstant. Und so erlebe ich das auch. Wenn mich die Zukunft unklar lässt, dann bläht sie sich auf zu einem grünen schleimigen Drohmonster, das Freude, Hoffnung, Perspektive, Vision erstickt. Seelische Atemnot. Was kann man machen? Mühsam neu aufs Positive säen? Den Blick bewusst abwenden vom Bedrängenden – hin zum Positiven. Nicht schlecht. Das Problem: Was ich verdränge, mache ich stärker. Deswegen ist es gut, etwas Positives  dagegen zu setzen, das die größte Macht hat, positiven Raum einzunehmen. Gott.

Gott hört die Schreie der Seinen. Stoppt den Aufzug. Und holt die beiden Raumnehmer heraus – und weitet die Wände. ER kann es. Ich weiß nicht wie – aber ich habe es so erlebt. Unsere Begrenzungen sind nicht Seine. Ruf ihn!

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