Gedanken aus der Stille: Vom Bonsai nicht zur Eiche – aber zur Birke werden…

»Martha, Martha«, erwiderte der Herr, »du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe, aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.« (Lukas 10,41.42; NGÜ)

Ich bin viel in Sorge und Unruhe. Ich ruhe nicht permanent in mir – sondern lasse mich von allem möglichen beunruhigen. Du vielleicht auch. Ich bin nicht der stoische, naturgelassene Typus. Keine deutsche Eiche – eher ein manchmal zitternder Bonsai. Das Gute ist: Ich muss weder eine Eiche werden, noch ein Bonsai bleiben. Aber was hilft mir dabei? Jesus spricht mich hier direkt an…

birkeIch bin oft Martha. Rödel herum, bin perfektionistisch. Diese Grundhaltung zeigt sich noch häufiger, wenn es eng wird im Leben. Denn dann gilt es umso mehr: Kontrolle behalten, Sicherheit aufbauen, die Dinge in den Griff bekommen. Es entsprich eben nicht dem normalen Empfinden, im Notfall eher gelassener zu werden. Ich hätte auf dem Boot in Seenot auch Jesus angeschrien: Warum hilfst du nicht – hier gehts gerade den Bach runter, bzw. den See. Jesus lädt hier also zu einer Unmöglichkeit ein…

Jesus heißt nicht Arbeit schlecht. Aber er sagt ein schönes und entscheidendes Wort: Not-wendig ist nur EINES. Wenn dich die Hyperaktivität packt – oder nach der Hyperaktivität die Lähmung – dann setz dich Jesus zu Füßen und begegne ihm. Nicht um zu: Lernen. Besser zu werden. Zu heilen. Sondern: Einfach so. Lass dir seine Worte gefallen. Ohne Anspruch. Sitz zu seinen Füßen und genieße seine Zusagen wie eine Dusche von oben (und das nicht wegen feuchter Aussprache!). Verweigere jede Funktionalisierung dieser Begegnung. Verlier dich zu seinen Füßen und dann steh auf und geh weiter. Und im Gehen wirst du spüren: Du bist vom Bonsai etwas mehr zur Birke geworden.

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