Gedanken aus der Stille: Mach Gebet nicht zur Speiche, sondern zur Nabe deines Lebens…

Denn der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, sodass ihr von neuem in Angst und Furcht leben müsstet; er hat euch zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir, wenn wir beten: »Abba, Vater!« (Römer 8,15; NGÜ)

Mein Großvater war Stellmachermeister. Er hat sich mit der Herstellung und Reparatur von Kutschen beschäftigt. Natürlich nicht mehr zu meiner Zeit – da hat in seiner Werkstatt ganz andere herrliche Dinge aus Holz produziert. Und doch standen in dieser Werkstatt – durch deren Holzspänehaufen ich als Kind tobte – noch diverse Wagenräder herum. Eine mächtige Holznabe und davon sternförmig ausgehend ebenfalls aus hartem Holz die Speichen bis hin zur Lauffläche, die mit einem Stahlband umgeben war zum Schutz vor der holprigen Straße. Solche Holzräder sieht man noch heute auf manchen Bauernhöfen und Almen an alten Wagen in Betrieb.

wagenradDas Entscheidende an einem solchen Rad ist die Nabe. Sie ist das Zentrum. Von ihr aus überträgt sich die Kraft über die Speichen auf die Lauffläche. Bricht eine Speiche – kein großes Problem – die kann man schnell austauschen. Selbst mit einer Speiche weniger lässt sich noch eine kurze Zeit fahren. Die Nabe aber ist der neuralgische Punkt. Die muss zentriert sein, fest und ohne Neigung mit den Achsen verbunden.

Gebet ist DIE grundlegende Lebensäußerung eines Gotteskindes. Gebet bedeutet: Gespräch mit dem König, dem Papa, dem Freund, dem Herrn. Reden und Hören. Aus diesem Austausch erwächst alles Andere. Weisung, Leitung, Liebe, Kraft, Vergebung, Intimität. Mach Gebet zur Nabe deines Lebens – nicht nur zu einer Speiche. Dann erhält dein Lebenswagen die zu dir passende Kraftübertragung. Ist Gebet nur Speiche – bricht es leicht weg. Gibst du ihm die Würde der Nabe, bleibt es und bewegt dich.

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