Gedanken aus der Stille: Mit dem Körper Gott erfahren…

(…) die feste Speise aber ist für Erwachsene, die infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten wie auch des Bösen. (Hebräer 5,14; ELB)

bodyBevor ich Pastor wurde, habe ich drei Jahre als Informatiker im Flugsimulatorenbau gearbeitet. Da geht es um riesige Geräte, in denen Piloten auf dem Boden simulieren können, wie sich Fliegen anfühlt. Beim Flugsimulatorenbau geht es deswegen darum, das echte Fluggefühl möglichst exakt nachzuahmen. So werden beispielsweise in die Rückenlehnen des Pilotensitzes Luftkissen eingebaut, die sich bei (vermeintlicher) Beschleunigung des Flugzeugs aufpumpen und so den Anpressdruck nachahmen. Faszinierend ist, dass mancher Pilot schon nach Minuten komplett vergessen hat, in einem Simulator zu sitzen. Nicht wenige übergeben sich dabei die ersten Male – so echt fühlt es sich an.

Wie fühlt sich Gottes Gegenwart an? Die Gegenwart des Bösen? Wir sind als Europäer gewohnt, diese Frage verkopft anzugehen. Wir grübeln, ob dieses oder jenes nun in Gottes Sinne ist. Natürlich sind unsere grauen Zellen eine wichtige Erkenntnisquelle. Der Hebräerbrief spricht aber erstaunlicherweise wörtlich von den „Sinnen“. Auch unser Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen hat also etwas mit Gotteserkenntnis zu tun. Natürlich sind die Sinne nicht fehlerfrei und das ultimative Erkenntnisorgan, aber immerhin wird die Schulung der Sinne als Zeichen eines reifen Christen angesehen! Es ist also anzustreben, auch die verschiedenen Sinne zu trainieren, wenn es in die Gegenwart Gottes geht. Meiner Erfahrung nach deutet z.B. die Haut durch Kälteempfinden und Anspannung als erstes an, wenn das Böse gegenwärtig ist. So öffnet sich hier ein spannendes sinnliches Abenteuerland, um dessen Erkundung wir den Vater bitten können. Dass wir im Ernstfall schnell spüren, was Sache ist!

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