Gedanken aus der Stille: Pegida, Flüchtlinge, Groll… und der Balken zum Splitter.

»Verurteilt niemand, damit auch ihr nicht verurteilt werdet. Denn so, wie ihr über andere urteilt, werdet ihr selbst beurteilt werden, und mit dem Maß, das ihr bei anderen anlegt, werdet ihr selbst gemessen werden. Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst? (Matthäus 7,1-3; NGÜ)

  • Ich beobachte Christen, die Schilder hochhalten, auf denen verurteilende Dinge stehen. Keine Annahme, Liebe, Gnade: Gericht. Ich werde wütend. Groll steigt in mir hoch. Wut gar. Verurteilende Gedanken schleichen sich ein – schneller als ich denken kann. Ups!
  • Ich bekomme mit, wie zwei Rentner sich über die „Flüchtlingsschwemme“ unterhalten und dabei immer wieder knapp an sehr rechten Parolen entlang schrammen. In meinen Kopf tagt der Gerichtshof: Wie können die nur? Waren selbst Flüchtlinge! Scheiß Nazis. Denen sollte man… Ups!
  • Ich erlebe, wie ich versage. Falle. Strauchle. Etwas sage und tu, was ich nicht will, aber dennoch mache. Ich bin auf Paulus Spuren in Römer 7. Der innere Richter steht auf und spricht sein Urteil: Heuchler! Versager! – da spricht Gott leise: Lüge! Alles. Die Gnade gilt. Für andere, für dich.

anti-fascism-156037_640Andere zu verurteilen dafür, dass sie andere verurteilen. Funktioniert nicht. Groll über den Groll anderer entwickeln. Sackgasse. Wir selbst halten die Spirale aus Verachtung, Bewertung, Verurteilung in Gang. Und sind dabei noch stolz. Denn wir sind ja im Recht. Gerechter Zorn. Natürlich gibt es heiligen Zorn auf Ungerechtigkeit – wie gut. Aber es ist ein Zorn, der gleichzeitig weint. Trauert. Nicht hart ist, abweisend. Ich gehe auf die Knie und bringe meine inneren Richter ans Kreuz. Immer wieder. Und empfange Frieden und Liebe.

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