Stille Gedanken für heute: Beten mit Verheißungen…

(…) Nein, denn jetzt ist die Zeit da; jetzt geschieht das, wofür ich gekommen bin. (Johannes 12,27b; NGÜ)

hände„Schön, dass du mich nicht verlässt! Bitte sei weiterhin in meinem Leben!“ Wie würde man ein solches Kompliment als Ehepartner hören und annehmen? Ich denke: Mit Befremden. Vielleicht beim ersten Mal noch nicht, aber dann zunehmend. Ja aber dazu habe ich doch Ja zu dir gesagt? Dass ich bei dir bin. Warum sollte ich dich verlassen? Im Gebet ist es oft nicht anders – nur ausgeprägter: Wir beten um viele Dinge, die bereits erledigt sind! Herr, sei in meinem Leben – ist er längst! Herr, sei mir heute besonders nah – ja, wie viel näher kann man denn sein als Heiliger Geist? Herr, segne mich heute – ähem, sonst nicht? Und: Du bist längst gesegnet mit allem himmlischen Segen.

Natürlich sind solche Gebete nicht „schlimm“ und Gott wird damit umgehen können, aber es verändert uns, wenn wir unter unseren Möglichkeiten bleiben und um Dinge bitten, die bereits erfüllt sind. Da das Leben, Handeln, Reden aus unserer Identität strömt, ist es entscheidend, zu wissen, wer man in Christus ist. Was zugesagt ist und bleibt. Denn daran dürfen auch die Wunden unseres Herzens heilen und es wird echte Veränderung stattfinden. Bete ich mein Leben lang: Herr vergib mir elenden Sünder – ist das nicht nur theologisch fragwürdig (denn es ist bereits vergeben) sondern auch für das von Gott geschenkte Selbstbild, das wir haben dürfen, fatal. In seinen Augen bin ich rein, heilig, makellos. Jesus jedenfalls macht genau das: Er korrigiert sich sanft zurück. Er möchte menschlich und verständlich den leichten Weg gehen, aber er bindet sich neu an die Zusagen Gottes über seinem Leben. Das will ich lernen. Tag für Tag.

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