Stille Gedanken: Liebe erarbeitet? Liebe! ER arbeitet.

Durch eigene Leistungen kann man bei Gott nichts erreichen. Deshalb kann sich niemand etwas auf seine guten Taten einbilden. Gott hat etwas aus uns gemacht: Wir sind sein Werk, durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. (Epheser 2,9.10a; HfA)

Liebe erarbeitet! Den Stempel trägt fast jeder Mensch. Anders geht es auch kaum. Eltern müssen Grenzen setzen. Und Kinder werden diese Grenzen – zumal wenn diese mit emotionalen Bedingungen verknüpft sind – so verstehen: Wenn du dich benimmst und alles richtig machst, haben wir dich lieb! Ein Kind begreift nicht, dass Liebe auch Grenzen setzen muss. So beginnt die Lebenshaltung, die unter dem Fazit steht: Liebe erarbeitet!

füßeIn den Religionen ist das nicht anders. Jesus Christus aber durchbricht dieses Muster radikal. Bei ihm wird aus „Liebe erarbeitet“ ein „Liebe! ER arbeitet!“. Jesus macht deutlich: Die Liebe ist gesetzt. Unabhängig von unserem Verhalten, unserem Sündenregister. Ja, auch als Christ ist das so! Wir fangen nicht in der Gnade an und machen mit Leistung weiter. Gnade bleibt zentral. Die Liebe ist gesetzt und dazu die Vorleistung Gottes. ER arbeitet. Er liebt zuerst, wird Mensch, versteht, gibt Kraft, segnet, vergibt. Weil das so ist, dürfen wir antworten, indem wir das Empfangene weitergeben.

Spürst du, wie dieser Ansatz alles auf den Kopf stellt? So sehr, dass diese Gnadenlehre selbst für viele Fromme anstößig ist! Ich erlebe das immer wieder: „Wie? Dann kann ja jeder machen, was er will? Wenn er dadurch nichts an Liebe und Gnade verliert?“ Ja, genau. Und eben weil die Gnade so radikal ist und Gott so in Vorleistung geht, entsteht erst die Veränderung, die diese „Ich kann ja sündigen mir kann ja nichts passieren“-Haltung unmöglich macht. Liebe erarbeitet? Nie wieder! Liebe! ER arbeitet.

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