Gedanken aus der unruhigen Stille: Gebetskampf statt Wattebäuschchen

Es ist wahr, ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden, und nichts wird euch schaden können. (Lukas 10,19; NGÜ)

Eine befreundete Familie wird von Krankheiten überschwemmt. Er steht im hauptamtlichen Dienst für Gott. Ihr zweites Kind wird geboren und alle Beteiligten erleben Krankheit, Krisen, Schmerz, Unsicherheit. Die Ärzte arbeiten auf Hochtouren, aber wenn eine Baustelle aufgeräumt und beseitigt scheint, bricht die nächste auf. Täglich kommen sms und mails herein mit neuen Hiobsbotschaften und ich spüre, wie ich von Tag zu Tag wütender werde. Nicht auf Gott. Sondern auch auf mich. Bisher habe ich viel zu apathisch zugeschaut und gebetet und Ermutigungen zur jungen Familie übermittelt. Doch Krankheit und Tod sind eben nicht Teil von Gottes Schöpfungsplan, sondern Teil einer strauchelnden Welt, Feinde Gottes.

Die Macht des Todes ist am Kreuz gebrochen und in den Sieg verschlungen, wie das Neue Testament betont. Dennoch sterben Menschen. Wir leben in der Zwischenzeit zwischen Jetzt schon und noch nicht. Gebet greift in dieser Zwischenzeit in den Himmel und ringt um ein Sichtbarwerden der neuen Realität schon jetzt! In diesem Sinne ist Gebet Kampf zwischen zwei Fronten. Aber mit der Zuversicht und dem Mut eines Kind Gottes, das die mächtigste Kraft in sich weiß: den Heiligen Geist. Gebet ist nicht winseln, freundlich betteln, ausprobieren – Gebet ist Kampf. Und dieser Kampf ist nötig in einer kämpfenden und leidenden Welt. Das mutige, ja verwegene Gebet vertraut darauf: Gott kann und will. Und endet nicht, wenn das Erbetene noch nicht sichtbar wird. Lassen wir uns nicht einlullen in kraftloses Gebet. Gebet ist die größte Waffe der Liebe und der Kraft Gottes – uns anvertraut.

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