Stille Gedanken: Wider den Perfektionismus! Für mehr Geschöpf sein!

Gott ist Licht; bei ihm gibt es nicht die geringste Spur von Finsternis. (1. Johannes 1,5b)

imageIch trage seit einigen Monaten so einen Activity-Tracker. Gut – zu 90% dient er mir als schicke Uhr, aber immerhin! Der Gute hat nur einen Nachteil: er muss alle paar Tage geladen werden. Sowie ich den tracker ans Ladegerät hänge, zeigt ee müde blinkend irgendetwas zwischen 10% und 40% Restkapazität an. Schwupps – innerhalb von einer viertel Stunde zieht der Akku im Schweinsgalopp auf 90% hoch und verharrt. Eine weitere Stunde später ist er dann triumphierend blinkend auf 100%. Sprich: er hat für die letzten 10% viermal so lange benötigt, wie für die Aufladung auf 90% vorher.

Hinter dieser Beobachtung steckt ein Lebensprinzip. Dieses findet sich auch in der 80/20-Regel. Du brauchst 20% Aufwand für 80% Ertrag. Für die mickrigen restlichen 20% brauchst du dann 80% Aufwand. Kurz: das lohnt nicht! Perfektionismus, also alles perfekt hinbekommen zu wollen, ist Überforderung und lebenszerstörend! Das hat Gott so angelegt in unserem Leben.

Dabei ist Perfektionismus letztlich zweierlei: Ein trauriger Schutzmechanismus, um vor Verletzung und Kritik zu bewahren und gleichzeitig eine Anmaßung. Perfekt – wie Gott – sein zu wollen. Dabei reicht es, dass einer licht ist und perfekt: Gott selbst. Er hat sogar das perfekte Opfer gebracht, damit wir es nicht mehr sind. Opfer. Auch Opfer unserer eigenen, manchmal übernommenen Ideale. Wir dürfen leben, fallen, aufstehen, gelassen sein, ihn machen lassen. Macht dieses Denken der Gnade faul? Im Gegenteil: Perfektionismus lähmt letztlich. Gnade befreit zum mutigen Handeln und Leben mit Maß. Weil ER sich kümmert, brauche ich keinen Kummer zu haben, dass es wieder nicht zu 100% gereicht hat. Er reicht immer.

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