Stille Gedanken: Wenn Neid meine Seele verdunkelt

(…) Wenn dein Auge durch Neid oder Habgier getrübt ist, ist deine ganze Erscheinung finster. – Wie groß muss diese Finsternis sein, wenn statt des Lichtes in dir nur Dunkelheit ist! (Matthäus 6,23; GN)

Dieses Bürschchen da drüben. Baseballkappe auf, gerade mal 21 Jahre alt und schon einen dicken BMW unter dem Hintern. Einen Wagen, den ich mir vermutlich nie werde leisten können (und wenn ich ehrlich bin, auch nicht wollen, aber das blende ich in solchen Momenten aus). Was kann der denn schon arbeiten, dass der sowas haben darf? Ungerecht ist das. Grrrrrr…
neidNeid verdunkelt das Herz. Wörtlich steht hier in diesem Vers: wenn dein Auge böse ist. Das böse Auge, der böse Blick – der ist eng verbunden mit Neid und im Alten Testament fast synonym. Kaum etwas hat so schnell und so tiefgreifend die Fähigkeit, die Seele zu verdunkeln wie Neid. Auf das, was andere besitzen, haben, erleben, können, sind. Und man selbst nicht. Jeder kennt ihn – unsere Gesellschaft baut auch darauf auf. Nur wer neidisch ist, will mehr und wer mehr will, konsumiert.
Dabei basiert Neid auf einem großen Missverständnis. Es lautet: Es gibt eine gerechte, paradiesische Welt, die manche Menschen mehr erreichen als ich. Und was diese Welt ausmacht, das ist ein Bild in meinem Kopf. Harmonie. Wohlstand. Gesundheit. Glück. Alles kann dazu beitragen. Das Problem: Diese Welt gibt es nicht. Diese Welt ist krumm und schief durch die Sünde. Selbst mein Neid macht diese Welt ein Stück dunkler. Denn er sieht das Beneidenswerte – aber sieht nicht die Gesamtgeschichte eines Menschen. Da mag gerade Erfolg sein – was war da vorher und was ist da weiter an Schmerz? Keiner kommt glatt durch diese ungerechte Welt. Neid will das glauben und verdunkelt das Herz gegenüber dem Leben und Gott. Denn Neid tötet Dankbarkeit für das, was ist. Lassen wir Neid nicht zu!

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