Stille Gedanken: Ruhe empfängt Gnade… (Noah die zweite)

Noah abermals  fand Gnade in den Augen des Herrn. (Genesis 6,8; S2000)

Noch einmal Noah. Noch einmal Gnade. Diesmal wird es aber konkret. Wir haben gestern einen frühen Vorgeschmack bekommen auf die Gnade, wie sie mit Wucht und liebevoller Kraft von Jesus Christus gebracht und von dem Apostel Paulus theologisch entfaltet wird. Aber was sagt der Vers inhaltlich? Wie – inhaltlich? Die paar Worte? Doch imageAchtung! Namen sind heute vielleicht Schall und Rauch, in der damaligen Zeit hatten Namen Bedeutung. Wir beten nicht umsonst „im Namen“ Jesu. Das tun wir biblisch nicht, indem wir diese Floskel an ein Gebet hinten dran hängen, sondern indem wir in seinem Wesen, in seinem Charakter, in seinem Sinne beten. Das setzt Beziehung voraus. Wissen um sein Herz!

Bei Noah ist es nicht anders. Was bedeutet der hebräische Name Noah auf Deutsch? Etwas Überraschendes: Ruhe. „Ruhe“ aber fand Gnade in den Augen des Herrn. Nun kann man eine solche Auslegung auch leicht überspannen – aber Zufall ist das in meinen Augen auch nicht! Noah musste auch wahrlich Ruhe bewahren! In sich ruhen. Inmitten einer gottlosen Zeit ein Riesenschiff auf dem Trockenen zu bauen, vermutlich unter dem Gespött der Menschen – da sollte man in sich und vor allem in Gott ruhen. In der Ruhe finden und empfangen wir Gnade. Ruhe ist vermutlich eine der subversivsten Tätigkeiten in dieser schnellen Zeit. Gegen den Strich des Leistungsdenkens gebürstet. Gerade deswegen empfangen wir in der Ruhe vor Gott: Gnade. Seine Gegenwart um seiner und unserer selbst willen. Und auch deswegen ist es eine effektive Strategie des Gegners, uns die Ruhe nehmen zu wollen. Der Schreiber des Hebräerbriefs wird später dazu auffordern, diese Ruhe mehr als alles andere zu suchen. So soll es sein!

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