Stille Gedanken: Blaffende Frauchen und tollende Hunde

Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben. Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht hervorbringen; sie muss am Weinstock bleiben. Genauso wenig könnt ihr Frucht hervorbringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. (Johannes 15,4; NGÜ)

imageWas für eine abstruse Szene. Oben am Kopf der Holztreppe, die auf den Strand führt, steht ein schwer adipöses Frauchen und brüllt gegen den Wind ihrem Hund etwas zu. Hund tollt am Wassersaum herum, also getrost 100 Meter von Frauchen entfernt und schlabbert zwischendurch Wasser aus dem Meer. Frauchen brüllt von der Düne: „Theo, nicht Salzwasser trinken! Theo, NICHT!“ Der Hinweis ist verständlich, denn salzwassertrinkende Hunde mutieren wenige Stunden zu Wesen, die eruptiv Flüssigkeit aus allen Körperöffnungen strömen lassen. Nur: Aus 100 Meter Entfernung dem Hund etwas zuzurufen, dass dieser nicht begreifen KANN (es sei denn es gäbe Hunde, die Salz- und Süßwasser intellektuell unterscheiden können) — nicht wirklich sinnvoll. Halb lachend trolle ich mich mit den Kindern…. Und werde wieder mal nachdenklich…

Manchmal rutsche ich — und vielleicht auch du — in ein genauso abstruses Gottesbild, das ich dann aber eine Zeitlang glaube! Gott blafft mir von weit entfernt Befehle zu, deren Sinn ich nicht unbedingt begreife und da ich dagegen rebelliere, tolle ich — Gott ignorierend — am Wassersaum entlang und distanziere mich weiter von ihm. Beziehungsweise seinem Zerrbild. Dabei ist es anders herum: Er ist in mir und ich in ihm. Er bringt in mir Gehorsam hervor, je mehr ich in diesem Bewusstsein lebe. So einfach? So einfach. Gehorsam ist Frucht eines Lebens „in Christus“ — einen Begriff, den Paulus satte 216 mal verwendet. Wenn dieser Weg der Gnade Gott so wichtig ist, sollten wir ihn gehen und den entfernten, blaffenden Gott radikal ablehnen. Es ist nie ER.

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