Stille Gedanken: Wenn der Baum zum Apfel spricht…

Und so lautet mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. (Johannes 15,12; HfA)

apple-672321_640Es war Herbst und am Baum hingen noch einige Äpfel. Die waren von Wespen und Vögeln angefressen und sahen erbärmlich aus. Nicht viel mehr als das Kerngehäuse hing von den verbleibenden Äpfeln an den Zweigen. Da streckte sich der Baum im auffrischenden Herbstwind und sprach zu den Äpfeln: „Ihr seht vielleicht runzelig aus und euer Fruchtfleisch hat seinen Zweck erfüllt und die Tiere genährt. Aber das Beste kommt noch. Ich habe alles von mir in euch hinein gelegt. Mein Erbgut, meine Energie, alles. Es ist in euren Kernen. Sie warten darauf, befreit zu werden und auf den Boden zu fallen. Dort werden sie vielleicht von Insekten wegtransportiert, oder von Vögeln oder aber sie bleiben an Ort und Stelle. Diese Kerne werden all das, was ich ihnen gegeben habe, multiplizieren und ihrerseits weiter geben. Eure Aufgabe, liebe Äpfel ist nur, das zu erkennen und die Kerne nicht festzuhalten. Lasst los…“ Die Äpfel ihrerseits waren stolz auf ihre ehrenvolle Aufgabe. Sie warteten auf einen Windzug und spreizten ihre Kerngehäuse und wie von selbst purzelten die Kerne heraus und fielen auf den Boden. Der Baum lächelte zufrieden. So geht sie weiter – die Kraft des Baumes. Generation zu Generation…

Das Liebesgebot verlangt von uns nichts mehr, als das weiter zu geben, was wir empfangen haben. Wir müssen nichts leisten – nur loslassen und wenn wir den Windhauch des Heiligen Geistes spüren, diese Liebe einem Menschen weitergeben. Das Gebot ist nicht schwer, es ist eine ehrenvolle universale Aufgabe. Was wir dafür brauchen? Diesen neuen, weiten Blick und die Gewissheit, dass uns nach dem Abgeben schon im nächsten Frühjahr neue Liebe, neue Kraft überströmend reichlich nähren wird.

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