Stille Gedanken: Das Geheimnis des „Priming“ – faszinierend

Da erschien ihm der Engel des Herrn und sprach zu ihm: Der Herr ist mit dir, du tapferer Held! (Richter 6,12; S2000)

augeMich fasziniert Priming! Nie gehört? Ist das ein Kautabak? Ein Zweikomponentenklebstoff? Alles falsch – es geht um ein Prinzip der Wahrnehmung. Auf was für Ideen wir kommen, hängt ab von der vorherigen Fokussierung. So werden Schüler besser in der Schule, wenn man den Lehrern vorher gesagt hat, dass sie hochbegabt sind (obwohl sie es nicht sind). Oder wenn Menschen eine Studie über alte Menschen lesen, gehen sie hinterher langsamer als ohne die Lektüre. Oder ein humorvolles Beispiel: Es gibt Menschen, die sich darauf spezialisieren, in englischer Popmusik deutsche sinnlose Sätze zu entdecken. Hat man aber erst mal von diesen Sätzen gehört, kann man die Lieder gar nicht mehr anders hören! „I’ve got the power“ von Snap ist ein legendäres Beispiel. So wie sie es singen, kann man darin „Agathe Bauer“ hören statt „I’ve got the power“. Weiß man das einmal, muss man jedesmal lachen, wenn man diese Musik auch nur hört. Das ist priming. Fokussierung beeinflusst entscheidend das, was wir anschließend denken.

Dieses göttliche Prinzip ist eminent wichtig für unseren Umgang mit uns selbst. Wir verändern uns in das, auf was wir uns fokussieren. Hängen wir in dunklen Gedanken, Selbstabwertungen und düsteren Zukunftsvisionen fest, dann werden wir kaum das Gegenteil erreichen. Göttliches Prinzip? Ja: Gott sieht in dir dein Potential – das was du sein wirst und nicht das, was gerade schief läuft. Gideon zum Beispiel wird gerade eben erwählt und stellt sich vorsichtig gesagt wenig heldenhaft an am Anfang. Wie begrüßt ihn der Engel? Tapferer Held! Das WIRD er sein. Er IST es noch lange nicht. So sieht dich Gott, so schaut dich Jesus an. Immer. Priming. Zeit, es ihm nachzumachen.

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