Stille Gedanken: Atme tief! Atme auf!

Alles, was atmet, lobe den Herrn! Halleluja! (Psalm 150,6; NGÜ)

atme tiefIch laufe mit meiner Tochter durch Wien und als ich nach unten schaue, lächelt mich ein Smiley an und ermuntert mich: Atme tief! Immer wieder erblicke ich diese Aufforderung auf dem Asphalt gesprayt und jedes Mal lächele ich, richte mich auf und atme tief auf. Achtung: in den Bauch! Denn 80% der Deutschen atmen falsch. Beim Einatmen ziehen sie die Schultern hoch und den Bauch ein – dabei sollte sich der Bauch hervor wölben, weil dort der größte Teil der Lunge sitzt. Die flache Atmung in die Brust hat nur einen Vorteil: sie kaschiert den fehlenden Sixpack. Genauer: Die Speckrollen darüber. Ansonsten sorgt sie für Probleme. Denn so werden viele Giftstoffe ungenügend ausgeschieden und unser Körper empfängt nicht die Sauerstoffdosis, die ihm eigentlich organisch möglich wäre. Test: Atme zehn Mal tief in den Bauch, pausiere dann kurz und dann doppelt so lange wieder aus und du hast vermutlich ein Gefühl des Schwindels. Diese Atmung sollte aber normal sein – aber dein Körper denkt: Juhu, jetzt kriege ich eine Überdosis.

Atem ist aber auch eine geistliche Frage. Denn Atem ist gleichzeitig im Hebräischen wie im Griechischen das Wort für den Geist – aber auch für das Leben. Gott haucht uns seinen Atem ein. Leben heißt atmen und atmen heißt Gott loben können. Beim Singen atmen wir automatisch besser und nur wer gut und tief atmet (mit Stütze) kann gut singen. Wer richtig atmet versorgt sich gut. Jede Zelle atmet auf. Mein Sohn Ole sagte einmal mit 6 Jahren: „Wenn Gott überall ist, atmen wir ihn doch ein?“ Natürlich! Auch wenn er in uns wohnt, dürfen wir mit dem Atmen beten. Seinen Frieden einatmen und Sorge und Unfrieden ausatmen. Ist das esoterischer Firlefanz? Nein. Biblisch begründete Spiritualität. Gott schenkt uns den Atem. Nutzen wir ihn zum Leben und Loben.

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