Stille Gedanken: Wie Habakuk ein Trauma durch Gott erlebt und von diesem wieder herausgeholt wird (1)

Als mir der Herr dies alles zeigte, fing ich am ganzen Leib an zu zittern. Seine Worte ließen meine Lippen beben, der Schreck fuhr mir in die Glieder, ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Jetzt warte ich sehnsüchtig auf den Tag, an dem das Unheil über dieses Volk hereinbricht, das uns angegriffen hat. (Habakuk 3,16; HfA)

Was ist Trauma? Früher dachte man, Traumata widerfahren nur Menschen, die im Krieg sind oder die Missbrauch, Vergewaltigung erleben müssen. Heute wissen wir aus Psychologie und Seelsorge, dass Traumata gerade bei sensiblen Menschen häufiger sind. Trauma entsteht da, wo wir hilflos und machtlos sind. Ausgeliefert. Wenn wir nicht fliehen, aber auch nicht kämpfen können. Kleine Kinder können weder fliehen noch gegen Erwachsene kämpfen und sich wehren. Deswegen wirken z.B. Erniedrigungen bei Kindern so traumatisch.

traumaAlle Säugetiere kennen traumatische Erfahrungen – aber sie gehen damit anders um. Während wir oft erstarren, beginnen sie zu zittern. Dieses neurogene Zittern beseitigt die Traumspannung aus dem Körper, die dieser sonst speichert. Wir Menschen unterdrücken dieses Zittern meist und speichern so schwere Lebenserfahrungen und bekommen Rückenprobleme und vieles mehr.

Habakuk bekommt von Gott einen gewaltigen und gewalttätigen Blick in sein Handeln. Er wird das Volk befreien und gleichzeitig die Feinde beseitigen. Habakuk zittert, bebt, spürt den Schrecken in seinen Gliedern. Eine Traumareaktion. Gott ist groß, mächtig, fliehen kann man nicht vor ihm, gegen ihn kämpfen auch nicht. Dieser Gott ist gefährlich. Mächtig.

Wenn ich bei diesem Vers stehen bliebe und das Neue Testament ausblendete, dann würde es mir nicht anders gehen. Wie gut, dass uns Jesus Christus das Herz des Vaters zeigt und wir ohne Zittern selbst nach Versagen zum Thron kommen dürfen. Aber auch Gott bleibt nicht beim Zittern des Habakuk stehen… – dazu morgen mehr…

Advertisements