Stille Gedanken: Wie Gott (bei Habakuk und uns) traumatische Erfahrungen behutsam berührt (2)

Und doch will ich jubeln, weil Gott mir hilft, der Herr selbst ist der Grund meiner Freude! Ja, Gott, der Herr, macht mich stark; er beflügelt meine Schritte, wie eine Gazelle kann ich über die Berge springen. (Habakuk 3,18.19; HfA)

Habakuk lebt in einer traumatisierenden Umgebung und erlebt zusätzlich einen gewaltigen, fast beängstigenden Gott. Gut – dieser Gott ist auf seiner und ihrer Seite, aber er bleibt, nun ja, nicht unbedingt: sicher. Menschen, die Trauma erlebt haben, stellen sich immer wieder eine Frage: Bin ich sicher? Ist dieser Gott sicher? Aber hey – er wird uns befreien! Daran möchte ich festhalten, auch wenn ich davon noch nichts spüre (Vers 17). Ich verlasse mich einfach darauf.

bindungDoch Gott scheint an dieser Stelle einzugreifen. Die Stimmung kippt plötzlich wie im Traumalehrbuch. Denn es gibt eine Sache, die einem zitternden, verängstigten Menschenkind in einer solchen Situation helfen kann: Bindung. Bindung hilft gegen Ausgeliefertsein. Aber Bindung ist etwas sehr persönliches, herzliches, warmes. Nicht die gewaltige Zusage eines machtvollen Gottes! Gott scheint Habakuk in diesem Moment genau so zu begegnen. Denn urplötzlich ändert sich die Sprache. Gott selbst ist Grund seiner Freunde! Nicht mehr das, was er tut, sondern das, was er IST. Und Habakuk spürt prompt etwas ganz Neues. Wie sein Zittern und Zagen beendet wird und etwas Anderes Raum greift in ihm: Stärke, Beflügeltsein, Beweglichkeit wie eine Gazelle! Das schafft Bindung beim Größten. Bei Gott.

In diesen wenigen Zeilen gibt uns Gott einen lang vergangenen Vorgeschmack auf das Evangelium. Er selbst macht es und reicht. Das zu begreifen, ebnet den Weg aus den Verletzungen und Wunden des Lebens. Gott schenkt in Christus Bindung, die das Weltall zusammen halten könnte. Diese Bindung zu entdecken und in sie hinein zu leben – das heilt die Traumata des Lebens mehr und mehr. ER hat einfach an alles gedacht.

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