Vom Wald lernen oder: Wie man Zerbruch überlebt

forest-56930_1280.jpgEs gibt im Wald eine einfache Beobachtung, die mich aber heute gepackt hat: Damit neue, frische, junge Pflanzen auf dem Waldboden wachsen können, benötigen sie Licht – dazu müssen abschattende Bäume weichen. Ein Sturm zum Beispiel, der die Bäume knickt, richtet so vermeintlich Chaos an und zerstört – aber er ermöglicht so Neues! Denn plötzlich fällt Licht auf den vorher unerreichten Boden. Neues wächst heran. Atmet auf.

Im Wald unserer Seele ist das nicht anders. Ein grundlegender Fehler, den ich immer wieder mache ist, unter dem Sturm des Heiligen Geistes auf den Zerbruch zu schauen, anstatt auf das neue Licht, dass die zarten Pflanzen erreicht. Wachstum und Heilung sind kein reiner Triumphzug, sondern beinhalten auch immer Zerbruch des Alten. Meine, unsere Aufgabe ist es wohl, in solchen Momenten nicht auf das zerbrochene Chaos zu schauen – sondern auf das Neue, dass sich dadurch entwickeln kann.

Ein solcher Gedanke kann aber nur zugelassen werden, wenn wir davon ausgehen, dass Gott es zu 100% gut meint und 100% gut IST. Denn dann können wir den Mut haben, vom Zerbruch wegzuschauen ohne den Reflex, alles wieder aufräumen zu wollen. Und stattdessen den Blick auf das Neue wenden und es bestaunen. Schon bald werden die neuen Pflanzen die umgestürzten Riesen überragen und sich kraftvoll zum Licht recken.

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