Gott beseitigt nicht die Dunkelheit – er ist mit dir in ihr

kronleuchtiEIN Geheimnis, das sich aus der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ergibt, ist die massive Veränderung unseres Gebets durch dieses radikal andere Gottesbild. In einem magischen Gottesverständnis beten wir: Herr, mach mein Leben gut. Segne es. Bewahre mich vor den dunklen Zeiten und schenke mir Glück. Und natürlich dürfen auch Christen so beten! Das kann wie bei Jesus im Garten Gethsemane einfach in der Not oder Bedrängnis aus uns heraus strömen. Problematisch wird es, wenn dahinter ein schiefes Gottesbild steht – und befreiend, wenn wir es korrigieren.

Schon der 23. Psalm deutet es mehr als deutlich an. Auch wenn ich im dunklen Tal bin, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist BEI mir. – Nirgendwo betet der Psalmbeter: Nimm das dunkle Tal von mir. Er erlebt, wie Gott mit ihm kooperiert und ihn durch das Tal hindurch zum Sieg leitet. Dieses Muster wiederholt sich vielfach im Alten Testament.

Im Neuen Testament kommt diese Entwicklung zum Höhepunkt: Gott wird Mensch, das Licht kommt in die Dunkelheit und die Dunkelheit hat keine Chance. Das Licht löscht die Dunkelheit nicht aus, sondern es strahlt IN der Dunkelheit. Gott ist nicht der Lebensoptimierer, er will mit dir kooperieren IN den Umständen; Gott ist nicht der ferne Besucher, den man um seltene Gnade bittet – er ist der unendlich nahe Begleiter und Bewohner deines Lebens.

Um das zu erleben, muss man es erst einmal wagen, die Umstände aushalten mit all dem kreischenden Schmerz, den sie manchmal beinhalten… nicht einfach in dieser Selbstoptimierungsgesellschaft! Das Gute aber ist, wenn wir die Dunkelheit wagen, dass wir darin den verwundeten und trotzdem siegreichen Christus finden. Denn es gefällt ihm, genau dort – in deinen aktuellen Umständen – mit offenen Armen auf dich zu warten.

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