Der Teufelskreis des evangeliums-befreiten Gebets

Folgendes Szenario:
  1. Lebe aus eigener Kraft
  2. Etwas geht schief und du beschließt, dass sich was dringend ändern muss!
  3. Du wendest dich an Gott und betest mehr und liest mehr Bibel
  4. Du siehst, wie sich die Dinge bessern
  5. Geh zu Schritt 1)
Ich nenne das den Teufelskreis des evangeliums-befreiten Gebets. Weil er mehrere Missverständnisse beinhaltet:
football1) Gebet ist Notnagel, damit etwas besser wird. Gebet ist aber weit mehr Haltung und Ausdruck einer intimen Beziehung.
2) Gebet ist zeitlich begrenzt, ich habe „Stille Zeit“ – Gebet ist aber mehr und mehr Grundlebensäußerung und durchzieht das ganze Leben.
3) Gott wird als Ausbesserer und Gegenüber betrachtet – es geht aber im Gebet darum, mehr und mehr mit SEINEM Herzen eins zu werden, um wie von selbst und aus seiner Kraft heraus das Richtige zu tun und zu lassen.
4) Gebet ist eine Leistung, die scheitern kann und frustriert, die eine Spirale aus Leistung und Scham auslöst – Gebet ist vielmehr Geschenk und soll Freude machen. Leistungsdenken hat im Gebet nichts (genau: nichts) zu suchen.
5) Gebet ist magisches Wunschkonzert mit mir im Mittelpunkt (im Beispiel oben: mein Wohlergehen) – Gebet soll aber nicht primär Gott bewegen, etwas für mich zu tun, sondern mich verändern, mich ihm nahe bringen, mein Herz heilen und in der Fürbitte das Reich Gottes fördern.
Steige aus aus diesem Teufelskreis und rede immer mit ihm. Einfach so. Plaudere, höre, schweige, klage, juble. Von da aus geht es weiter…
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